Kategorie: Allgemein

  • Einladung: Vollversammlung al Hayat e.V. 2026

    Liebe Freunde und Vereinsmitglieder,

    die diesjährige Vollversammlung von al hayat e.V. findet am Samstag, den 21. März 2026 in Esslingen statt. Es besteht die Möglichkeit, persönlich oder online, daran teilzunehmen. Bei Interesse gerne melden!

  • Adventsbrief 2025

    Hinter uns liegt ein von Turbulenzen geprägtes Jahr: politisch gesehen hält uns die Welt in Atem und das schliesst auch den Libanon nicht aus. Mit Hoffnung schauten viele auf eine neugegründete Regierung, die das Machtvakuum nach über 2 Jahren zu füllen scheint, und sich nun einer Vielzahl von sozialen, politischen und wirtschaftlichen Problemen zu stellen hat. Und gleichzeitig häuften sich die Kriegsmeldungen, insbesondere aus dem Süden des Landes. Frieden, Sicherheit und Stabilität des Landes sind und bleiben abhängig von den Entwicklungen in der gesamten Region.  

    In diesem Klima hat Baytouna al Jadid, die von uns geförderte Einrichtung, weiter an der Entwicklung des neuen Projekts, von dem wir vor einem Jahr berichtet haben, gearbeitet. Ein Unterfangen, das aufgrund fehlender Gelder jeden Tag erneut vor Herausforderungen stellt. Im Sommer diesen Jahres erreichte uns folgende Nachricht von Charbel Sfeir, dem Begründer der Eirichtung:

    Zum ersten Mal seit 22 Jahren hat das Team von Baytouna Al Jadid beschlossen, das Heim während der Sommermonate für zwei Monate zu schließen, was seit der Gründung des Heims noch nie vorgekommen ist. So kann sich das Team eine Auszeit nehmen und sich verstärkt um das neue Projekt kümmern, zumal die Sommerpause durch ein zweiwöchiges Ferienlager für die Bewohner des Heims Baytouna Al Jadid unterbrochen wird. Wael und Wissam sind zu ihrer Mutter zurückgekehrt, wo ihre Schwester und ihr Schwager mithelfen. Mhammad ist zu seinem Bruder zurückgekehrt, Maya zu ihren Eltern, die sich gut um sie kümmern, während Eugénie für diese Zeit bei uns zu Hause untergebracht ist, bis wir einen anderen Platz für sie gefunden haben.

    Auf Antrag von Baytouna Al Jadid hat uns das Sozialministerium eine Sozialarbeiterin zur Seite gestellt, die uns bei diesem Übergang begleitet. Das hat uns das Gefühl gegeben, dass es wieder ein Interesse an Vereinen gibt, die sich um soziale Einrichtungen kümmern.

    Wir hatten auch Besuch von zwei Mitarbeitern der Organisation „Oeuvre d’Orient“, die von den Räumlichkeiten angenehm überrascht waren. Es war ein sehr positiver Besuch, und wir hoffen, Ende September mehr Unterstützung zu erhalten. Ein sehr wichtiger Punkt bei der (Pacht)Vertragsänderung ist, dass wir den Vertrag nun auf eine Laufzeit von 10 Jahren geändert haben, die im Mai 2025 beginnt und bis 2035 dauert.

    Seit dem Sommer hat der französische Schwesterverein eine Spende in Höhe von 45.000 euro  eingeworben, die dem Projekt neue Lebensgeister verleiht. 65000 usd tiny haus Die Mittel bilden eine entscheidende Grundlage für den Bau des neuen Gebäudes der Einrichtung. Mit diesem finanziellen Meilenstein fehlt nun lediglich ein Restbetrag von 20.000 Euro, um das bereits geplante Fertighaus endgültig bestellen zu können.

    Es geht langsam, aber doch stetig voran …

    Zuletzt konnten wir 7000 Euro in den Libanon senden. Die nächsten planerischen Schritte sind für Ende des Jahres geplant. Als Verein haben wir im vergangenen Jahr 14.425€ an Spenden und Mitgliedsbeiträgen eingenommen und 13.000 € in den Libanon geschickt

    Mit tiefem Dank verbunden, grüße ich Sie im Namen von al hayat e.V. und wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit.

    Heide Rieder (Schriftführerin)


    Wollen Sie die Entwicklungen von Baytouna al Jadid in den sozialen Medien verfolgen? Hier ist der Link zur aktualisierten Facebook Seite und zu einem Video_ Baytouna al Jadid_ neues Zuhause.


    Brief des Leiters von Baytouna al Jadid

    Bonsoir à chacune et chacun,membres des deux associations Al Hayat et Litani et conseil d’administration de Baytouna Al Jadid.Avant de vous adresser une petite lettre d’information et d’actualité de ce qui se passe à Baytouna Al Jadid, j’aimerai vous partager ce que je ressens actuellement après un peu moins de deux ans que nous avons commencé le nouveau départ , c’était une grande aventure et elle y est toujours mais nous continuons à avancer doucement mais sûrement ,les différentes équipes et associations ont travaillé séparément pour l’intérêt de ce projet mais on sent maintenant qu’il faut réunir toutes les équipes pour continuer ce projet ,je suis conscient que je vous ai sollicité  et causer beaucoup de soucis et de penser pour l’existence et l’avenir de Baytouna Al Jadid, je sais que la tâche était lourde donc pour continuer on aurait besoin de réunir toutes les efforts pour pouvoir atteindre tous les objectifs de Baytouna Al Jadid.

    Ce dernier mois,il y a eu beaucoup de nouvelles encourageante .Pour la première fois depuis 22 ans l’équipe de Baytouna Al Jadid a pris une décision de fermer le foyer pendant l’été pour deux mois,une chose qui n’a jamais été faite depuis la création du foyer.ça permet pour l’équipe de prendre un temps du repos et de s’occuper d’avantage du nouveau projet,sachant que la période d’été va être entrecoupé par un camp de vacance de 15 jours pour les personnes du foyer de  Baytouna Al Jadid.

    Wael et Wissam sont retournés à la maison chez leur maman là où leur sœur et leur beau frère avec un personne qui vient leur aider,Mhammad est retourné chez son frère qui est retourné de l’étranger,Maya chez ses parents qui s’occupent bien d’elle tandis ce que Eugénie elle est accueillie chez nous à la maison pour cette période en attendant qu’on lui trouve une autre place .

    Tout le monde est au courant maintenant du don de 45 000 euros pour la construction du lieu d’accueil.

    Nous avons maintenant finalement un compte bancaire qui nous permet de mieux  gérer toutes les opérations bancaires (dons et virement).

    Suite à la demande de Baytouna Al Jadid,le ministère des affaires sociales nous a mandaté une assistante sociale pour nous accompagner dans cette transition ,cela nous a fait ressentir qu’il y a de nouveau un intérêt pour les associations qui s’occupent des etablissements sociales.

    On a eu également la visite de deux personnes de l’oeuvre d’orient qu’elles ont été surprises agréablement par le lieu, c’était une visite très positive en espérant avoir une aide vers la fin du mois de septembre.

    Un point très important dans le changement du contrat,nous avons modifié le contrat pour avoir maintenant un contrat de 10 ans complet qui a débuté du mois de mai 2025  jusqu’à 2035.

    Enfin,pour finir encore un grand merci à vous tous en espérant reprendre les travaux le plutôt possible. Amicalement Charbel.

  • Libanon: Ein Neubeginn für Baytouna al Jadid rückt in greifbare Nähe

    Libanon, Mai 2025 – Bei einem Besuch der Behinderteneinrichtung Baytouna al Jadid im Libanon erreichte die Bewohner und Mitarbeitenden eine freudige Nachricht: Ein französischer Spendenfonds hat eine Großspende in Höhe von 45.000 Euro zugesagt. Die Mittel bilden die entscheidende Grundlage für ein lange geplantes Projekt – den Bau eines neuen Gebäudes für die Einrichtung.

    Mit diesem finanziellen Meilenstein fehlt nun lediglich ein Restbetrag von 20.000 Euro, um das bereits geplante Fertighaus endgültig bestellen zu können. Die Nachricht kam am Tag der Ankunft einer Besuchsgruppe, was den Moment umso bedeutungsvoller machte.

    Baytouna al Jadid steht seit Jahren im Zeichen der Veränderung. Besonders die schweren Zeiten nach der Corona-Pandemie sowie die anhaltende Wirtschafts- und Staatskrise im Libanon haben die Einrichtung vor große Herausforderungen gestellt. Die aktuellen Wohnverhältnisse gelten als nicht mehr tragbar. Auch die Betreuungssituation bedarf dringend einer neuen Struktur.

    Nun soll auf einem nahegelegenen, großzügigen Grundstück ein Neuanfang gewagt werden. Hier entstehen nicht nur neue Wohnmöglichkeiten für die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch ein erweitertes Arbeitsangebot. Geplant sind Gemüseanbau, Bienenzucht und weitere landwirtschaftliche Aktivitäten, die das bisherige Werkstattangebot ergänzen werden.

    Die ersten Schritte für das neue Zentrum sind bereits getan: Eine Stahlkonstruktion wurde errichtet, Zufahrtswege angelegt sowie Strom- und Wasseranschlüsse vorbereitet. Auch die ersten Aufenthaltsräume für die zukünftige Behindertenwerkstatt sind in Arbeit.

    Mit der französischen Spende ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer besseren Zukunft für die Menschen in Baytouna al Jadid gelungen – ein Zeichen der Hoffnung inmitten schwieriger Umstände. Die Verantwortlichen vor Ort hoffen nun, auch die noch fehlenden Mittel bald sammeln zu können, um das neue Zuhause für ihre Schützlinge Wirklichkeit werden zu lassen.

    Bilder der Bauarbeiten

    Renderings des Projektes wenn es fertiggestellt ist

    Baytouna al Jadid aktuell

  • Al hayat e.V. wird 25 Jahre !

    Al hayat e.V. wird 25 Jahre ! Im Oktober 1999 traf sich eine kleine Gruppe um Charbel Sfeir herum, in Freiburg/ Breisgau, um den Grundstein zu legen, für die Gründung eines gemeinnützigen Vereins. Al hayat e.V. war geboren – und hat die letzten 25 Jahre, Baytouna al Jadid, eine soziale Einrichtung für Menschen mit Behinderungen im Libanon, unterstützt. Ein Grund, zu feiern, trotz der schwierigen Lage vor Ort. Wir bleiben dran!

  • Vollversammlung al hayat e.V.

    Wir laden herzlich ein zur diesjährigen Vollversammlung am 28.09.2024 um 11 Uhr im Naturfreundehaus in Aidlingen.

    Tagesordnung

    1. Begrüßung
    2. Aktuelle Lage im Libanon
    3. Neuigkeiten von Baytouna al Jadid
    4. Aktivitäten von al hayat im vergangenen Jahr
    5. Bericht des Kassenwarts von al hayat
    6. Entlastung des Vorstands
    7. Planungen für das kommende Jahr
    8. Verschiedenes
  • Interkulturelles Fest in Worms 2024

    Fast schon eine Institution, ist der Stand von Markus und Wadad Landua beim Interkulturellen Fest in Worms. Dieses Mal mit dabei: Man’oushe. Wusstet Ihr, dass das libanesische Brot 2023 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde?

    400 Euro haben Wadad und Markus eingenommen. Der Erlös geht an al hayat e.V. MERCI!

  • Adventsbrief 2023

    Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von al hayat e.V.,

    wie jedes Jahr, möchte ich mich mit diesem Brief, für Ihre Unterstützung der Behinderteneinrichtung Baytouna al Jadid im Libanon bedanken.

    Die Lage der Welt hält uns dieser Tage in Atem: die Bilder, die uns aus der Nahostregion – und nicht nur von dort  – erreichen, sind erschütternd.

    Als wir uns zur diesjährigen Vollversammlung, am 7. Oktober, in Worms trafen, standen aber noch ganz andere Themen auf dem Tagesplan: wie sollen wir umgehen mit der zunehmenden Verschlechterung der sozialen und ökonomischen Lage im Libanon, die nicht nur Einzelne und Familien, sondern auch kleine soziale Einrichtungen wie Baytouna al Jadid in ihrer Existenz bedroht?

    Knapp drei Viertel der Bevölkerung leben im Libanon inzwischen unter der Armutsgrenze. Auch große Teile des Mittelstands sind in die Armut abgerutscht. Und wieder verlassen viele Menschen das Land…

    Nicht wissend, dass an besagtem Wochenende ein weitere Krise das Land und die Region unter Druck setzen würde, besprachen wir, wie es aufgrund der aktuellen Situation weitergehen soll. Bereits im letzten Jahr habe ich davon berichtet, dass die Einrichtung nicht nur die Anzahl der betreuten Menschen mit Behinderung, sondern auch das Personal drastisch reduzieren musste. Die Versorgung der verbliebenen sechs „internen Bewohner“, die teilweise schwer behindert sind, intensiver Pflege bedürfen und keine familiäre Unterstützung haben, ist mit den vorhandenen Ressourcen nicht mehr zu finanzieren und zu halten.

    Die drei Betreuerinnen Nelly, Yeha und Samira sind Tag und Nacht präsent, um die Versorgung abzusichern. Waren zuletzt noch 2500 US Dollar monatlich für den Alltag notwendig, sind es nunmehr 5000 US Dollar da eine weitere Person eingestellt werden musste und die Preise sowie die Inflation anhaltend hoch sind.

    In Gesprächen mit Charbel Sfeir, dem Gründer der Einrichtung, der bei unserer Vollversammlung anwesend war, die wir gemeinsam mit Mitgliedern des französischen Schwesternvereins La Litani abgehalten haben, wird deutlich: ein neues Konzept muss her. 

    Nun ist die Planung eines sozialen Projekts in Zeiten von Krisen nicht gerade leicht. Aber vielleicht braucht es gerade dann Mut und innovative Ideen. Die Diskussionen drehen sich um ein neues Betreuungsformat und andere Einnahmequellen für Baytouna al Jadid, um die Einrichtung vom Staat unabhängiger zu machen und vor der drohenden Schließung zu retten. Wir werden berichten!

    Als Verein haben wir im vergangenen Jahr 12.231,00€ an Spenden und Mitgliedsbeiträgen eingenommen und 14.569,60 € in den Libanon geschickt.

    Mit tiefem Dank verbunden, grüße ich Sie im Namen von al hayat e.V. und wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit.  

    Heide Rieder (Schriftführerin)

  • Mitgliederversammlung des Vereins am 07.10.2023

    Mitgliederversammlung gemeinsam mit dem Leiter der Einrichtung im Libanon, Charbel Sfeir, und Mitgliedern unseres französischen Schwestervereins, La Litanie.

  • Spende über 2.400 Euro der St. Elisabeth-Stiftung

    2.400 Euro für Menschen mit Behinderung im Libanon BAD WALDSEE – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St. Elisabeth-Stiftung spenden in diesem Jahr 2.400 Euro aus ihrem Sozialfonds an den Verein „al hayat e.V.“ (übersetzt: „das Leben“). Der Verein unterstützt eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung im Libanon.
    „Baytouna al Jadid“ („unser neues Leben“) ist eine christlich-humanistische Lebensgemeinschaft von Menschen mit und ohne Behinderungen in den Bergen des Libanon. Gegründet hat sie Charbel Sfeir, der viele Jahre lang eine soziale Einrichtung in Frankreich geleitet hat. Die Finanzierung von Baytouna al Jadid erfolgt praktisch ohne staatliche Unterstützung. Menschen mit Behinderung stellen in einer Werkstatt unter anderem Kerzen her und tragen so zu ihrem Lebensunterhalt bei. Ansonsten ist Baytouna al Jadid auf Spenden angewiesen.
    Der als gemeinnützig anerkannte al hayat e.V. sammelt – wie ein französischer Schwesterverein – seit dem Jahr 2000 Geld für Baytouna al Jadid. Solveig Margueron ist Gründungsmitglied von al hayat. „Die Lage von sozialen Einrichtungen im Libanon ist angesichts der anhaltenden Wirtschafts- und Staatskrise dramatisch. Durch die exorbitante Inflation von fast 400 Prozent in den letzten drei Jahren sind Strom, Transport, Lebens- und Hygienemittel nicht mehr zu bezahlen“, sagt die Psychologin, die im Sozialpädiatrischen Zentrum der St. Elisabeth-Stiftung arbeitet und den Vorschlag gemacht hat, in diesem Jahr den Erlös des Sozialfonds der Mitarbeitervertretung der Stiftung an al hayat zu spenden. „Menschen mit Behinderung sind von der Krise besonders betroffen. Deshalb sind wir sehr dankbar für die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St. Elisabeth-Stiftung.“
    Erika Jerg und Gerold Schuler von der erweiterten Gesamtmitarbeitervertretung (eGMAV) der Stiftung haben einen symbolischen Scheck über 2.400 Euro an Solveig Margueron übergeben. Das Geld stammt aus dem Sozialfonds der eGMAV, in den alle Mitarbeitenden einzahlen können. Die Mitarbeitenden können auch die sozialen Projekte oder hilfebedürftige Einzelpersonen vorschlagen, die jedes Jahr aus dem Erlös des Fonds unterstützt werden.

    Ganzen Beitrag auf der Website der St. Elisabeth-Stiftung lesen

  • Praktikumsbericht aus dem Libanon

    Bericht von Maria L. – Nichte von Charbel Sfeir, lebt und studiert in Deutschland und hat von September bis November 2022 im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum in der von uns unterstützten Einrichtung gemacht

    Drei Monate durfte ich (im Rahmen eines Praktikums) in Baytouna al Jadid mit leben, essen, singen und lachen. Die Zeit war so tiefgreifend und herzergreifend, trotz schwieriger Umstände. 

    Auf den Bildern kann man sehen, wie wir gemeinsam den Unabhängigkeitstag gefeiert, mit Gästen vom Malteser Orden eine Messe gefeiert oder die Wände mit selbstgemalten Bildern dekoriert haben. Unzählige solcher Bilder sind in meinem Herzen geblieben. 

    Anfangs war es für mich sehr ernüchternd die Auswirkungen der wirtschaftlichen und politischen Lage im Libanon mitzuerleben.

    Das Atelier (Bildungs-/ Förderstätte) musste im Sommer 2022 geschlossen werden, viele Menschen mit Behinderung mussten zu ihren Familien zurückkehren und ein paar Mitarbeiter:innen gekündigt werden. Und das alles, weil das Geld fehlt. Der Staat zahlt kein Geld mehr, die Familien der Bewohner:innen können nichts zahlen. Die Einrichtung lebt aktuell nur von Spenden und hat damit keine stabile, finanzielleEinnahmequelle. Das hat man auch vor Ort gespürt. Die Sorge, wie man den morgigen Tag finanzieren soll, ist stetig da (besonders im Winter). Man kann nur an morgen denken, nicht an übermorgen oder die Zukunft. Es reduzierte sich, gezwungener Maßen, alles auf das Notwendigste, das Überleben. Den ganzen Tag zu Hause sein, zusammen sitzen, kaum Beschäftigung, nur 3 Stunden am Tag Strom haben, mit der Hand waschen müssen, einfach überleben. Selbst dafür ist das Geld nicht ausreichend. Das zu sehen, tat weh, besonders weil dieser Ort zuvor ein lebendiger Förder- und Bildungsort war. Gleichzeitig spürte ich, dass aufgeben keine Option ist.

    Neben all dieser Schwere und Belastung saß ich mit den Menschen zusammen konnte mit ihnen lachen, singen und einfach sein.

    Ich habe die 3 Monate genutzt, um mit den Bewohner:innen gemeinsam kleine Aktionen zu starten. Wir haben Bilder gemalt und damit die Zimmer dekoriert, Fingernägel lackiert, hübsche Frisuren gemacht, Uno gespielt, gebacken, gemeinsam gesungen, gefeiert und gelacht. Die starke Gemeinschaft vor Ort ist ein solch starkes Fundament, das die Bewohner:innen von Baytouna al Jadid durch diese schweren Zeiten trägt. Mich beeindruckte, wie zufrieden und glücklich die Menschen sind, obwohl sie täglich mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu kämpfen haben.

  • Adventsbrief 2022

    Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von al hayat e.V.,

    auch in diesem Jahr möchte ich mich für Ihre Unterstützung für al hayat e.V. und Ihr Vertrauen in unsere Arbeit bedanken. Wie dringend notwendig diese Hilfe momentan im Libanon gebraucht wird, möchte ich Ihnen mit diesen Zeilen schildern.

    Zur diesjährigen Vollversammlung, die Anfang Oktober des Jahres in Emmendingen stattfand, schaltete sich Charbel Sfeir, der Leiter von Baytouna al Jadid, telefonisch hinzu und sprach über die aktuelle Situation, der von uns geförderten Einrichtung für Menschen mit Behinderungen im Libanon.

    Die Lage im Land hat sich seit dem letzten Jahr weiter verschlechtert: die Wirtschafts- und Finanzkrise hält an, der Internetzugang ist eingeschränkt und der Generator läuft 8h am Tag, da es täglich nur 2-3h Strom gibt. Durch die hohe Inflation – im Oktober 2022 lag sie bei 159% – und den Verlust des Wertes des libanesischen Pfunds sind die überfällig gewesenen staatlichen Zahlungen an Baytouna al Jadid von 400.000 auf 9.000 Dollar geschrumpft.

    Die Krise hat nun auch Baytouna al Jadid erreicht, so dass die Einrichtung nur noch für wenige Bewohner geöffnet ist. Die Werkstatt ist geschlossen. Von den 27 Bewohnern in 2021 sind nur noch 8 Personen vor Ort und das Team hat sich von 8 auf 2 Mitarbeiter reduziert. Langjährige MitarbeiterInnen wie Rami, die 17 Jahre bei Baytouna al Jadid gearbeitet hat, haben dieses Jahr die Einrichtung verlassen.

    Strom, Transport, Lebens- und Hygienemittel sind nicht mehr zu finanzieren, wenn das Geld, das man in den Händen hält, keinen Wert mehr hart. Rund 80% der sozialen Einrichtungen sind geschlossen und in einigen der zuvor größeren Einrichtungen leben nun nicht mehr 900, sondern 10-20 Bewohner. Auch Lebensmittelspenden, die Baytouna al Jadid früher erreicht haben, gibt es nicht mehr.

    Menschen mit Behinderung, und alte und kranke Menschen sind von den anhaltenden Krisen besonders betroffen. Baytouna al Jadid hat während der COVID-19 Pandemie in den letzten 2 Jahren mehrere Bewohner ins Krankenhaus bringen müssen, und vier Bewohner sind zudem altersbedingt verstorben. Krankenhaus- und Beerdigungskosten müssen übernommen werden, insbesondere für diejenigen, die keine Familie mehr haben. Und auch wenn Baytouna al Jadid nur einen Bruchteil der Kosten zahlen musste, da die Einrichtung in der Region bekannt ist und gute Kontakte vor Ort hat, übersteigt es die derzeit zur Verfügung stehenden Mittel bei Weitem.

    Und nun steht der Winter, der im Libanon hart sein kann, vor der Tür. Mit der Gasheizung und dem vorhandenen Holzofen werden nur noch ein bis zwei Zimmer bei Baytouna al Jadid geheizt. Acht Gasflaschen sind schon auf Vorrat gekauft, sie sollen 1-2 Monate halten. Aber wird es für den Winter reichen? Der kaputte Bus der Einrichtung kann momentan nicht bewegt werden, da eine Reparatur zu kostspielig ist und es auch für Benzin kein Geld gibt und so schränkt sich der Bewegungsraum der Bewohner immer mehr ein. Einzelne Aktivitäten fanden in diesem Jahr zwar noch statt und Freiwillige kamen weiterhin aus der Umgebung zu Besuch. Auch wird alle zwei Wochen noch ein Gottesdienst organisiert. Aber all dies gestaltet sich zunehmend schwieriger.

    Al hayat e.V. hat im Jahr 2021, 10.340 Euro Spenden eingenommen und so konnten wir dieses Jahr 14.000 Euro an Baytouna al Jadid schicken. Die monatlichen Fixkosten der Einrichtung im Libanon betragen derzeit 2500 Dollar.
    Die Menschen vor Ort geben nicht auf, aber die Nachrichten sind beunruhigend. Die Krise ist ernst und viele Menschen sind von Armut bedroht. Die Einrichtung Baytouna al Jadid, die seit 22 Jahren besteht, ist in ihrer Existenz bedroht, sollte sich die Lage vor Ort nicht bald bessern.

    Wir werden uns auch in Zukunft, zusammen mit unserem Schwesternverein LITANI in Frankreich, für das Weiterbestehen von Baytouna al Jadid einsetzen und hoffen, dass Sie uns dabei unterstützen werden.

    Mit tiefem Dank verbunden, grüße ich Sie im Namen von al hayat e.V. und wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit.

    Heide Rieder (Schriftführerin)

  • Demonstration von libanesischen Sozialeinrichtungen vor der Zentralbank in Beirut

    Guten Abend an alle,
    wir haben uns mit den meisten anderen Heimen zusammengetan, um vor der Zentralbank und vor dem Sozialministerium zu demonstrieren, um das Geld für die Einrichtungen freizugeben. Das ist eine tolle Solidarität zwischen den Einrichtungen, aber es gab keine Reaktion der Regierung! Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir seit zwei Jahren keine öffentlichen Gelder mehr erhalten haben; nur durch die Unterstützung von la Litani und al hayat und verschiedenen anderen Spenden machen wir weiter. Aber wir sind mittlerweile in den roten Zahlen und müssen notfalls die Aktivitäten von baytouna al jadid einschränken.

    Chabel Sfeir (Leiter der Einrichtung im Libanon), übersetzt aus dem Französischen
  • Baytouna al jadid im Mai 2022

    Wadad aus dem Vorstand des Vereins war im Mai 2022 in der Einrichtung im Libanon. Hier ein paar aktuelle Fotos.

  • Adventsbrief 2021

    Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von al hayat e.V.,

    wie in jedem Jahr möchten ich mich an dieser Stelle mit ein paar Worten an Sie wenden und für Ihre Unterstützung im vergangenen Jahr danken.

    Seit über 20 Jahren begleiten wir die libanesische Einrichtung Baytouna al Jadid, die ein Zuhause für eine

    Gruppe von Menschen mit Behinderung darstellt. Ich wünschte, ich könnte positive Nachrichten aus dem

    Libanon teilen, aber leider hat sich die Lage vor Ort im vergangenen Jahr weiter zugespitzt.

    Im letzten Adventsbrief berichtete ich von der anhaltenden sozio-ökonomischen Krise im Land, die auch vor sozialen Eirichtungen wie Baytouna al Jadid keinen Halt macht. Als ich das letzte Mal mit Charbel Sfeir, dem Leiter der Einrichtung, sprach, ging gerade das Licht aus. Der Strom wird gegen 22h-23h abgestellt und ist erst ab 5h morgens wieder verfügbar. Das Tal unterhalb des Hauses liegt im Dunkeln. Seit sechs Monaten geht das nun schon so.

    Charbel berichtet mir vom heutigen Gang zu den Behörden: die Gelder für das nächste Jahr müssen beantragt worden, auch wenn letztlich kein Geld fließen wird. 7h am Morgen war er vor Ort. Das Büro im Stockwerk muss zu Fuß erklommen werden, da der Fahrstuhl ohne Strom nicht funktioniert. Das Treppenhaus hat kein Licht und die Angestellten im Büro für soziale Angelegenheiten haben weder Papier, Strom, noch Tinte zum Ausdrucken der Dokumente. Das Ausdrucken muss man selbst übernehmen: also geht es die Treppen wieder hinunter und danach erneut hinauf. Wurde Charbel früher über die anstehenden Anmeldefristen per Email informiert, muss er jetzt darauf hoffen, dass ihn eine der Mitarbeiterinnen informiert. Frühere Kommunikationskanäle werden wieder ausgegraben. Denn obwohl kein Geld fließt, müssen die Steuern für die Einrichtung, pünktlich bezahlt werden.

    Ich berichte davon so ausführlich, um Ihnen ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Die Landeswährung hat weiter an Wert verloren. 150 Dollar kann man pro Monat abheben und viele haben ihr auf der Bank sicher geglaubtes Vermögen, verloren. Rund 77.000 Menschen haben seit Beginn des Jahres das Land verlassen und sehen wenig Hoffnung auf Besserung. Auch wenn das kleine Land mit solchen Migrationsbewegungen generell vertraut ist, hat die Auswanderung in den letzten drei Jahren jedoch wieder massiv zugenommen.

    Die Verunsicherung ist groß, aber die Verantwortung, die Baytouna al Jadid für seine

    BewohnerInnen hat, wird nicht kleiner. Das Team vor Ort hat sich verkleinert, denn langjährige Mitarbeiter haben die Einrichtung verlassen und es wird immer schwieriger, Angestellte zu finden.

    Derzeit sind sie zu 5.: da muss jeder mitanpacken, da viele der Bewohner schwer behindert sind und zum Beispiel regelmäßig gewindelt werden müssen. 23 Bewohner leben in der Einrichtung und 4 kommen tagsüber täglich hinzu.

    Die Eltern einzelner Bewohner, die die Einrichtung früher mit kleinen Beiträgen unterstützt haben, können sich das nicht mehr leisten. Selbst das Benzingeld für die Besuche fehlt nun, was sich wiederum auf das Wohlbefinden der Einzelnen auswirkt.

    Zweimal befand sich die Einrichtung COVID-19 bedingt im Lockdown für insgesamt 1,5 Monate. Das ging erstaunlich gut. Doch hatte dies auch zur Folge, dass sie Yola, eine Bewohnerin, die 14 Jahre bei Baytouna al Jadid gelebt hatte und dieses Jahr verstorben ist, nicht gemeinsam beerdigen konnten. Nach einem Herzinfarkt, lag sie im Koma. Der Kummer war groß.

    Wahib, einer der drei Brüder, über die ich früher bereits einmal berichtet habe, liegt auch gerade im Krankenhaus. Es gibt keine Medikamente und das BaJ Team, z.B. Charbels Frau Mirna Sfeir, die Krankenschwester ist, muss immer wieder einspringen und die Betreuung vor Ort übernehmen.

    9854 Euro hat al hayat e.V. 2020 eingenommen und dieses Jahr konnten wir 14.000 Euro in den Libanon schicken: Geld, das dringend benötigt wird.

    Charbel betont immer wieder, wie wichtig unsere Hilfe über all die Jahre gewesen ist. Momentan geht es im Libanon jedoch ums Überleben. Zusammen mit dem Schwesterverein “La Litanie”, der sich gerade zur alljährlichen Solidaritätsveranstaltung in Südfrankreich getroffen hat, bleibt “al hayat” somit eine Quelle, der moralischen und finanziellen Unterstützung.

    Im Namen von al hayat e.V. bedanke ich mich für Ihr Engagement und Ihre kontinuierliche Hilfe, die es uns ermöglicht, die Einrichtung weiterhin zu unterstützen, und wünsche Ihnen und Ihren Familien eine schöne Weihnachtszeit.

    Es grüßt Sie herzlich,

    Heide Rieder

  • Mitgliederversammlung im Oktober 2021

    Im Oktober 2021 haben sich die Vereinsmitglieder zu einer Mitgliederversammlung in Emmendingen bei Freiburg (Breisgau) getroffen. Besprochen wurde die aktuelle Situation in der von uns unterstützten Einrichtung, die anhaltende humanitäre Krise im Libanon sowie die Planung von Fundraising-Aktionen.

  • Adventsbrief 2020

    Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von al hayat e.V.,

    ein bewegtes Jahr liegt hinter uns. Ereignisse, die uns persönlich wie auch kollektiv betreffen, haben Spuren hinterlassen. Gemeinsam mit Ihnen will ich mit diesen Zeilen einen Blick darauf werfen, wie sich diese auf Baytouna al Jadid, die libanesische Einrichtung, die wir mit Ihrer Hilfe seit mehr als 20 Jahren finanziell und moralisch unterstützen, ausgewirkt haben.

    Ich schrieb im letzten Adventsbrief von der politisch-finanziellen Krise, in der sich der Libanon seit über einem Jahr befand. Politischer Protest in den Straßen Beiruts, der im vergangenen Herbst Tausende Libanesen zusammenbrachte, die sich gegen ein System stellten, das sich durch Korruption, Vetternwirtschaft, fehlende politische Teilhabe außerhalb der religiös vorgegebenen Regierungsparteien auszeichnet, ging einher mit der Hoffnung, dass sich endlich etwas ändern würde. Ein Jahr später zeigt sich, dass diese Hoffnung nicht erfüllt wurde.

    Im Gegenteil: denn die Lage hat sich weiter zugespitzt und es sieht nicht danach aus, dass sich zeitnah etwas ändert. Nach wie vor können Libanesen nicht mehr als umgerechnet 500 Dollar monatlich abheben und auch dies nur scheibchenweise, nach stundenlangem Anstehen am Bankautomaten. Die Kosten für das alltägliche Leben sind immens gestiegen, da die libanesische Währung immer weniger wert ist. Armut breitet sich aus und Libanesen und Libanesinnen, die es sich leisten können, verlassen das Land in Richtung Kanada, Frankreich oder in die Vereinigten Staaten von Amerika.

    Als wäre dies nicht schlimm genug, erlebte das kleine Land dieses Jahr einen weiteren Schlag: am 4. August 2020 kam es im Hafen von Beirut zu einer Explosion, ausgelöst durch dort gelagertes Ammoniumnitrat, die mehrere Hunderte Tote, Tausende Verletzte und mehr als 300.000 Obdachlose zur Folge hatte. Und wieder waren es politisch-wirtschaftliche Fehlentscheidungen, die menschliches Leid verursacht hatten.

    Von außen betrachtet, kann man immer wieder nur staunen, welche Resilienz die libanesische Bevölkerung in solchen Momenten beweist. Neben internationaler Solidarität waren es vor allen Dingen Akteure der libanesischen Zivilgesellschaft, die bei den Aufräumarbeiten halfen und sofort zur Stelle waren.

    Wenn ich mit Charbel Sfeir, dem Leiter und Gründer der Einrichtung Baytouna al Jadid spreche, ist das Entsetzen, Monate danach, noch zu spüren. Die Tatsache, dass man sich nicht auf den Staat verlassen kann und in Krisenzeiten auf sich und seine nächsten Angehörigen oder die Nachbarschaft gestellt ist, prägt die libanesische Gesellschaft. Was bedeutet dies für eine kleine Einrichtung wie Baytouna al Jadid, in der 22 Menschen mit Behinderungen leben, die in der Mehrzahl keinen anderen Ort der Zuflucht haben? „Es gibt Momente, da mache ich mir Sorgen,“ so Charbel, „und frage mich, wie es weitergehen soll.“ 2020 jährt sich die Gründung der Einrichtung zum zwanzigsten Mal. Ich kann mich noch gut an meine erste Reise in den Libanon erinnern, es war im Jahr 2000, kurz bevor Charbel Sfeir die Einrichtung mit einer kleinen Zahl von Menschen mit Behinderungen, die man an einer Hand abzählen konnte, eröffnete…

    Baytouna al Jadid hat sich über all die Jahre, seinen familiär-kommunitären Charakter bewahrt. Dass gelebte Gemeinschaft und Spiritualität, und staatliche Anerkennung als Sozialeinrichtung sich nicht widersprechen müssen, hat sich nach langem Warten auf Unterstützung gezeigt. Doch die Freude über staatliche Förderung hielt nicht lange an und heute müssen Mitarbeiter, die zuvor 800 Dollar Gehalt bekamen, erneut mit 150 Dollar leben. Eine Summe, mit der faktisch kein Auskommen möglich ist.

    Die Einrichtung profitiert von dem Bestand eines Teams, das, wenn auch immer wieder von Krisen geschüttelt, seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Die Sri Lankerin   Rahmi ist bereits seit 13 Jahren dabei. Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie hat auch im Libanon dazu geführt, dass strengere Hygieneauflagen für soziale Einrichtungen gelten. Kurzzeitig musste Baytouna al Jadid schließen, was aber immer nur bedingt möglich ist, da nicht alle Bewohner Familien haben, die sie aufsuchen können. Inzwischen sind alle zurück und nur 5 Bewohner verbleiben in ihren Familien und kommen tagsüber in die Werkstatt. Das gesamte Gebäude wurde desinfiziert und es wird kontrolliert, wer die Einrichtung betritt. Bisher ist niemand an COVID-19 erkrankt und wir hoffen, dass dies so bleibt.

    Die Pandemie hat nicht nur einen Einfluss auf die Einrichtung und ihr sozio-ökonomisches Umfeld gehabt, sondern auch uns als Verein in Deutschland getroffen. Erstmalig fand unsere jährliche Vollversammlung digital statt und mussten wir ein Treffen auf das nächste Jahr verschieben. 2020 nahm der Verein 12.309 Euro ein und die administrativen Kosten beliefen sich auf weniger als 1% der Gesamtkosten. Durch Privatspenden und organisierte Spendenaktionen, konnten wir die übliche Höhe unseres Beitrags zum Erhalt der Einrichtung aufrechterhalten.

    Im Namen von al hayat e.V. bedanke ich mich von Herzen für Ihr Engagement und Ihre kontinuierliche Unterstützung und wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit.

    Es grüßt Sie herzlich,

    Heide Rieder (Schriftführerin)

  • Rundbrief von Charbel Sfeir

    Liebe Freunde,


    ich hoffe es geht euch gut. Ich begrüße auch alle neuen Mitglieder dieser Infogruppe über „Baytouna al Jadid“ [die von uns unterstützte Einrichtung] und den Libanon 🇱🇧.


    Das erste Mal in der Neuzeit leben wir nun aufgrund der globalen Pandemie alle in Quarantäne.


    Wir verbringen diese Zeit geduldig in unserer Familie, glücklicherweise leben wir in den Bergen. Die Kinder genießen den Garten und die Zeit mit den Haustieren, die wir hier haben.


    Mirna [Charbel Sfeirs Frau] und ich arbeiten abwechselnd, um die Schulung eines Notfall-Teams für unsere Region sicherzustellen. Es ist eine mühselige Arbeit, aber wir versuchen sie mit Geduld zu bewältigen.


    In Baytouna gilt seit 5 Wochen eine komplette Quarantäne – 15 Behinderte, drei Vollzeitassistenten und natürlich auch Mina und ich. Die Situation im Libanon ist kompliziert, vor allem auch im Kontext der Demonstrationen und der wirtschaftlichen und finanziellen Lage. Corona macht das alles natürlich noch viel komplizierter.


    Aufgrund eines Briefes des Gesundheitsministeriums haben wir in Baytouna al Jadid zehn Behinderte zurück nach Hause geschickt. Die Situation der Behinderten in ihren Familien war allerdings bald darauf so prekär (Gewalt und fehlende Geduld im Umgang mit den Behinderten in der Familie), dass bald darauf vier dieser Bewohner wieder zurückkamen, um in der Einrichtung ihre Quarantäne zu verbringen.


    Wir leben hier ganz gut, wir haben eine Grundversorgung mit lebenswichtigen Gütern, wir musizieren und beschäftigen uns mit Bastelarbeit.


    Eine gute Nachricht ist, dass wir von der Isolierung insofern profitieren, dass wir unsere Küche renovieren können. Für all diejenigen, die noch nicht Bescheid wissen, wir haben eine Förderung in Höhe von 8000€ von „L’Œuvre d’Orient“ [eine französische NGO, die Christen im Nahen Osten unterstützt] für die Umsetzung bekommen. Dafür bin ich dankbar!


    Was die Situation im Libanon angeht, sind wir absolut unwissend. Man diskutiert schon über die Zeit nach Corona, dabei sind wir noch nicht einmal dafür bereit mit der Krise umzugehen.


    Ich danke Euch allen für Eure Unterstützung, Eure Gedanken… Danke an Yvonne und Patrice, die mit mir in Verbindung stehen und mich regelmäßig anrufen!


    Ich möchte nicht zu lang werden, ich werde ab und zu schreiben.


    Herzliche Grüße, Charbel


    Seid gegrüßt auch von Mirna und dem ganzen Team von Baytouna al Jadid!

    Rundbrief des Gründers der Einrichtung „Baytouna al Jadid“, Charbel Sfeir. (Übersetzung aus dem Französischen)
  • Corona-Krise

    Die von uns unterstützte Einrichtung „Baytouna al jadid“ wurde von libanesischen Behörden angewiesen, aufgrund der Corona-Krise vorübergehend ihren Betrieb einzustellen. Die Bewohner sollten zu ihren Familien zurückgehen.

    Für 15 Bewohner ohne Familienangehörige gab es eine Ausnahmegenehmigung, so dass nur die verbleibenden 6 Bewohner temporär zu ihren Familien gezogen sind.

  • Adventsbrief 2019

    Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von al hayat e.V.,                     

    20 Jahre al hayat e.V. – wenn das kein Grund zum Feiern ist! Mit Ihrer und Eurer Hilfe leisten wir seit zwanzig Jahren einen kleinen aber bedeutungsvollen Beitrag, das Leben für eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen in Libanon und die Gemeinschaft von Baytouna al Jadid zu unterstützen. Dass dies leider auch heute noch notwendig ist, zeigt sich mit Blick auf die aktuellen Ereignisse vor Ort.

    Die Bilder, die uns derzeit aus dem Libanon erreichen, sind bewegend. Menschen, gleich welcher Konfession, demonstrieren seit mehr als 50 Tagen in den Strassen von Beirut und in anderen Städten und kämpfen für mehr soziale Gerechtigkeit. Korruption, Machtmißbrauch und jahrelange Misswirtschaft haben das Land in eine ökonomische Krise geführt, die für die Menschen vor Ort nicht mehr hinzunehmen ist. Junge, gut ausgebildete Menschen finden keine Arbeit. Menschen sind von Armut bedroht. Am Bankautomat gibt es momentan wöchentlich nur 300- 400 Dollar; damit lässt es sich in Beirut nur schwer leben.

    Seit Jahren berichte ich an dieser Stelle davon, dass soziale Einrichtungen in Libanon aufgrund fehlender staatlicher Unterstützung schliessen müssen. Inzwischen sind auch viele Unternehmen von Schliessung bedroht. Manchmal kommt für mich die Frage auf, was passieren würde, wenn Baytouna so wie andere Häuser schliessen müsste. Für viele der Bewohner ist Baytouna zum Zuhause geworden. Sie haben keine Familienmitglieder mehr, die sie aufnehmen könnten.

    Al hayat e.V. hat dieses Jahr 9000 Euro sammeln können. Von diesem Geld kann die Einrichtung einen Monat lang die laufenden Kosten decken. Das scheint auf den ersten Blick nicht viel. Doch wenn man bedenkt, dass der Staat seit Monaten keine Zahlung mehr getätigt hat, dann wird deutlich wie dringend notwendig unsere Unterstützung nach wie vor ist. Auch 90% der wenigen Eltern der Bewohner, die bisher zumindest anteilig ein wenig Geld gezahlt haben, können momentan nichts mehr beisteuern.   

    Da das Geld knapp ist, ist Baytouna al Jadid nun also wieder auf private Spenden aus der Umgebung angewiesen. 26 Menschen mit Behinderungen werden momentan im Heim betreut, die meisten leben auch dort. Lebensmittel werden regelmässig in der Einrichtung abgegeben. Denn täglich muss für 35 Menschen gekocht werden. Die Mitarbeiter stellen sich auf die Situation ein: bieten an, weniger zu arbeiten oder unbezahlten Urlaub zu nehmen, um weniger Gehalt beziehen zu müssen. Seit fast 20 Jahren erlebt die Einrichtung solche Durststrecken. Es ging immer weiter. Aber es ist nicht einfach.

    An Neujahr kommen 20 Jugendliche zu Baytouna al Jadid, um mit den Bewohnern zu feiern. Es isr zu einer kleinen Tradition geworden. Die Einrichtung ist über die Jahre zu einem Ort der Begegnung geworden.

    Ich möchte mit einem Satz von Jean Vanier schliessen, dem Begründer der Arche, die uns vor 20 Jahren als Verein zusammengeführt hat. „Unser gemeinschaftliches Leben ist schön und intensiv. Menschen mit Behinderungen machen ein wahre Verwandlung durch: sie machen die Erfahrung, dass sie in der Lage sind Entscheidungen zu treffen, eine gewisses Freiheitsgefühl zu entwickeln und erleben, würdevoll und als Mensch gesehen zu werden.“

    Jean Vanier ist dieses Jahr am 7. Mai gestorben. Doch sein Geist und seine Idee von Gemeinschaft bleiben bestehen und begleiten uns.

    Im Namen von al hayat e.V. wünsche ich Ihnen und Euch eine schöne Weihnachtszeit.

    Es grüßt Sie herzlich,
    Heide Rieder (Schriftführerin)

  • Alhayat Adventsbrief 2018

    Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von al hayat e.V.,

    Al hayat e.V. engagiert sich seit nunmehr 19 Jahren für die Behinderteneinrichtung Baytouna al Jadid im Libanon und leistet finanzielle und moralische Unterstützung, um das Fortbestehen dieses ambitionierten Projekts zu sichern. Wir wissen, dass wir dies nur mit Ihrer Hilfe tun können und möchten uns an dieser Stelle für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit bedanken. Baytouna al Jadid ist und bleibt ein Ort der Begegnung und bietet heute Raum für 25 Menschen. 22 Menschen, mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen, leben in der Einrichtung und drei weitere kommen täglich für die Arbeit in der Werkstatt hinzu. Das Heim ist voll besetzt und mehr Menschen können dort momentan nicht untergebracht werden. Sieben Assistenten sind vor Ort rund um die Uhr im Einsatz und sorgen dafür, dass sich die Heimbewohner zu Hause fühlen.

    In meinem letzten Brief schrieb ich, dass die Einrichtung zu einem Anlaufort geworden ist, für von außen betrachtet, „schwierige Fälle“. Charbel Sfeir, der Leiter und Begründer von Baytouna al Jadid hat sich über die Zeit einen Namen gemacht, keine Scheu davor zu haben, Menschen mit Geschichten aufzunehmen, bei denen andere nicht mehr weiter wissen. Er erzählt mir von Stéphanie, einer jungen Frau, die nur 31kg leicht, vom Sozialamt überwiesen, dieses Jahr bei Baytouna al Jadid unterkam. Sie ist mehrfach behindert, blind und wurde von ihrer Familie ohne Betreuung zurückgelassen. Der Vater im Gefängnis, die Mutter verschwunden, war sie auf sich allein gestellt.

    Es gibt im Libanon 4-5 große Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Warum nehmen nicht diese, Menschen wie Stéphanie auf? Haben sie nicht viel mehr Kapazitäten und sind besser ausgestattet? Oder aber die Geschichte von Hamoud: er war früher in einer größeren Einrichtung und fiel durch unangemessenes Verhalten gegenüber anderen Heimbewohnern auf. Die Mitarbeiter waren überfordert. Letztlich wurde er zu Baytouna al Jadid gebracht. Dort hat er sich mit der Zeit gut integriert und eckt nicht mehr an. Dass Charbel und sein Team ein Händchen dafür haben, mit Menschen zu arbeiten, die „anders“ sind, eine belastende Vergangenheit mitbringen und Vertrauen und Zeit brauchen, um anzukommen, wird immer wieder deutlich.

    Die Einrichtung hat einen guten Ruf, sei es in der Bevölkerung oder aber bei politischen Entscheidungsträgern. „Wir haben vorzügliche Beziehungen zu den entsprechenden Ministerien, aber Geld haben wir trotzdem in den vergangenen 13 Monaten nicht gesehen“, lacht Charbel. Die öffentlichen Kassen sind leer und Baytouna al Jadid muss andere Wege finden, um sich am Leben zu halten. Grosse Institutionen für Menschen mit Behinderungen haben eigenständige Unternehmen wie z.B. eine Schokoladenfabrik oder Werkstätten, die Kerzen herstellen und diese dann zum Verkauf anbieten. Das kann sich Baytouna al Jadid nicht leisten. „Bei uns sind nur 5 Bewohner so autonom, dass sie kleine Artikel produzieren können, die dann an Weihnachten oder zu anderen Gelegenheiten verkauft werden.“

    Und so ist die Einrichtung weiter auf Hilfe von außen angewiesen: materielle Unterstützung von Privatpersonen, Geldspenden und Überweisungen der beiden Fördervereine al hayat e.V. in Deutschland und La Litani in Frankreich. Al hayat e.V. hat dieses Jahr 13.000 Euro überweisen können. 5000 Euro davon gehen auf eine großzügige Spende von Familie Müller aus Worms zurück. Davon konnte Baytouna al Jadid mehrere Betten, Matratzen und Sofas kaufen. Wir bedanken uns ganz herzlich und hoffen auch im kommenden Jahr auf Ihr Interesse! Im Namen von al hayat e.V. wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine schöne Weihnachtszeit.

    Es grüßt Sie,

    Heide Rieder (Schriftführerin)


  • Jährliche Vollversammlung von al hayat e.V.: Version 2018 in Schuttertal

    Einmal im Jahr treffen sich die Vereinsmitglieder von al hayat e.V. und tauschen Neuigkeiten aus dem Libanon und von Baytouna al Jadid aus. In diesem Jahr konnten Wadad und Markus Landua ganz persönliche Eindrücke schildern, da sie im zurückliegenden Herbst die Einrichtung besucht und einen Nachmittag mit den Bewohnern vor Ort verbracht haben.

     

  • Adventsbrief 2017

    Advent 2017

    Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von al hayat e.V.,

    im Namen unseres Vereins grüße ich Sie ganz herzlich. Wie jedes Jahr im Advent will ich an dieser Stelle ein wenig von der sozialen Einrichtung Baytouna al Jadid, für die wir uns seit vielen Jahren einsetzen, berichten.

    23 Menschen zählt Baytouna al Jadid inzwischen. 20 Menschen leben ständig dort und wollen rund um die Uhr versorgt werden. Das bedeutet viel Arbeit, denn sieben Behinderte müssen täglich gewindelt und geduscht werden. Ein Glück, dass die Einrichtung auf Menschen zählen kann, die sich langfristig dort engagieren. Rami ist beispielsweise seit zehn Jahren bei Baytouna al Jadid tätig und Nathalie und Nelly, die beiden Verantwortlichen für das Heim und die Werkstatt, seit nunmehr 8 und 3,5 Jahren. Was motiviert sie? Der Geist der Gemeinschaft und das Gefühl, eine sinnvolle Arbeit zu leisten. Ahmad, beispielsweise hat es bisher nie lange bei einer Arbeitsstelle ausgehalten. Nun ist er bereits seit einem Jahr bei Baytouna al Jadid. Die Arbeit gefällt ihm.

    Mich erinnern die Erzählungen von Baytouna al Jadid an meine eigene Zeit bei der Arche-Gemeinschaft von Jean Vanier, wo alles begonnen hat. Der Geist des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Behinderung spielt auch hier eine grosse Rolle.

    Drei weitere Menschen mit Behinderungen sind dieses Jahr dazu gekommen und insgesamt drei Syrer leben nunmehr in der libanesischen Gemeinschaft. „Wir bekommen immer die schwierigen „Fälle“ von denen andere überfordert sind“, erzählt mir Charbel. Wie z.B. die 14jährige Souad. Charbel musste sie abholen, als der Anruf mit der Bitte um Aufnahme kam, denn 5 Menschen haben es nicht gewagt, sie zu berühren und eigenhändig in die Einrichtung zu bringen. Souad wird als gewalttätig beschrieben. Sie erlebt Krisen, in denen sie alles um sich herum zerschlägt. Sie hat als junges Mädchen nicht nur den Syrienkrieg sondern auch viel Gewalt in der eigenen Familie erfahren müssen: eine häufig übersehene Folge von jahrelangem Krieg und Gewalt. Auf richterliche Anweisung wurde sie aus ihrer Familie genommen und bei Baytouna al Jadid untergebracht. Souad ist taubstumm und schafft es nur mit viel Geduld und Anstrengung, sich verständlich zu machen. Nun, nach 6 Monaten, hat sie wieder Kontakt zu ihrer Familie aufgenommen.

    Bild: Baytona al Jadid, 2017 (Charbel Sfeir, vorne rechts im Bild)

    Solche Geschichten und Verhaltensweisen hinterlassen auch Spuren bei denen, die sich in dieser Arbeit für wenig Geld engagieren. Letztes Jahr habe ich von Saleh berichtet, der in Beirut regelrecht „ausgesetzt“ wurde. 6-7h hat er anfangs am Tag geweint und liess sich nicht beruhigen. Charbel erzählt mir, dass dann auch einige der Mitarbeiter stark davon betroffen waren und selbst depressive Verstimmungen entwickelt haben. Ihm ist die intensive Begleitung der Assistenten sehr wichtig und er versucht sie fachlich aber auch psychologisch betreuen zu lassen, damit sie weiter ihre Arbeit machen können und nicht selbst daran zerbrechen. Ein Psychologe, Nabil Khoury, begleitet die Einrichtung seit vielen Jahren. Beeindruckt und berührt von der Arbeit, nimmt er nicht viel Geld für seine Arbeit und leistet kontinuierlich Unterstützung. Denn Kontinuität ist wichtig: für die Behinderten aber auch für die gesamte Einrichtung. Der Staat zahlt inzwischen, unregelmässig, gewisse Summen, wenn auch nie soviel, wie der Einrichtung gesetzlich zustehen. Momentan lebt Baytouna al Jadid von dem Geld, dass eigentlich Ende 2016 ausgezahlt werden sollte. Von 2017 ganz zu schweigen…

    Aber Baytouna al Jadid ist diesbezüglich kein Einzelfall. Andere Einrichtungen zahlen nur halbe Gehälter oder Krankenhäuser können nicht vernünftig funktionieren, weil sie nicht ausreichend vom Staat unterstützt werden. Keine Frage, das dieses Zurückhalten der Gelder politisch motiviert ist: man will das Land vor zu grossen Schulden bewahren und gleichzeitig gehen die Gelder in andere Krisenfelder, wie die Versorgung der 2 Millionen syrischen Flüchtlinge. Denn auch hier fliessen die Gelder der internationalen Geber im siebten Jahr der Syrienkrise nicht mehr so wie am Anfang. Hinzu kommt, dass der Libanon sich aktuell erneut in einer politischen Krise befindet, die das Land destabilisiert und Spannungen hervorruft.

    Baytouna al Jadid ist somit auch weiterhin auf die Unterstützung von al hayat e.V. und unserem französischen Schwesternverein La Litani angewiesen. Wir haben auch dieses Jahr, dank Ihrer Hilfe, bisher 6000 Euro überweisen können: ein kleiner, aber stetiger Betrag.

    Für diese Unterstützung möchte ich mich im Namen von al hayat e.V. ganz sehr bedanken und hoffe, dass Sie uns und unserer Arbeit auch weiterhin treu bleiben. Wenden Sie sich an uns (www.alhayat.de), wenn Sie mehr erfahren wollen. Wir freuen uns über ihr Interesse!

    Ich verbleibe mit herzlichem Gruss und wünsche Ihnen und Ihren Familien, inneren Frieden und Zuversicht. Denn das brauchen wir in diesen unruhigen Zeiten.

    Herzliche Grüße,

    Heide Rieder (Schriftführerin)

  • Aktuelle Bilder von Baytouna Al Jadid

    Viele Bewohner leben in  Baytouna Al Jadid, da dürfen natürlich auch aktuelle Bilder nicht fehlen. Hier einige neue Impressionen…

  • Adventsgruß von al hayat e.V 2016

    Advent 2016

    Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von al hayat e.V.,

    im Namen des gesamten Vereins grüße ich Sie ganz herzlich.

    Schon wieder sind 12 Monate vergangen und ich habe manchmal das Gefühl, dass sich die Uhren von Jahr zu Jahr schneller drehen. Die politischen und weltgeschichtlichen Ereignisse überschlagen sich und halten uns in Atem. Was können wir tun? Neben aller Verunsicherung, beispielsweise bezüglich der in Deutschland ankommenden Ströme von Geflüchteten, zeigt sich doch an vielen Stellen, dass eine große Bereitschaft herrscht, den Menschen mit Offenheit und Neugier zu begegnen.

    Zum Glück gibt es diese Räume. In Deutschland, so wie auch im Libanon. Die Einrichtung Baytouna al Jadid, die wir mit unserer Vereinsarbeit unterstützen, lebt von diesem Austausch und dem echten Interesse des einen am anderen. Ich bin immer wieder neugierig auf die Geschichten der Neuankömmlinge vor Ort und so will ich auch dieses Mal eine davon mit Ihnen teilen:

    Saleh, ein 21jähriger Mann aus Aleppo, kam über eine UN-Organisation zu Baytouna al Jadid. Er wurde, ja man kann es fast so sagen, „abgesetzt“ in der Einrichtung. Der junge, schwer abgemagerte Mann besaß keine Ausweispapiere und Kontakte zu seinem Heimatland waren nicht bekannt. Es sei auch nicht klar gewesen, ob er sprechen könne. Er besaß nur eine Niere und es bestand die Vermutung, dass ihm die zweite Niere operativ entfernt wurde, um sie – in Zeiten des Krieges – zu verkaufen. Als ich Charbel Sfeir, den Leiter und Begründer der Einrichtung frage, wie es Saleh heute geht, erzählt er, dass er sich langsam eingewöhnt und in den vergangenen Monaten 5 Kilo zugelegt hat. Er spricht durchaus und erzählt nach und nach von seiner Familie: dem Vater, der ihn zurückgelassen habe und der Mutter, die verstorben sei. Mit Saleh leben nun vier Syrer in der Einrichtung.
    Es wäre romantisierend zu behaupten, Baytouna al Jadid könnte sich allein von diesen positiven Begegnungen nähren. Nein, die harten Fakten drehen sich letztlich immer wieder um die nötigen Finanzen. Im vergangenen Jahr hat die Einrichtung die staatliche Unterstützung von 40.000 Euro erhalten. Das klingt erst einmal nach einer ordentlichen Summe Geld. Die sich jedoch schnell relativiert, bedenkt man, dass im Jahr zuvor die Gelder völlig ausgeblieben sind. Dass diese jedoch dringend notwendig sind, zeigt die Tatsache, dass das Heim inzwischen 20 Personen beherbergt. Nur noch 3 Personen kommen täglich zusätzlich als Externe in die Werkstatt.

    Die Arbeit von Baytouna al Jadid lässt sich nur mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützern bewältigen. Im vergangenen Jahr schickte die libanesische Pfadfinderbewegung beispielsweise insgesamt 300 junge Menschen, die die Einrichtung von innen und außen frisch gestrichen haben. Zwei Etagen des Hauses werden inzwischen benötigt, um alle Bewohner unterzubringen.

    Neben al hayat e.V. und einem französischen Hilfsverein gibt es inzwischen einen weiteren Unterstützerkreis in Österreich. Charbel Sfeir, der Begründer der Einrichtung, ist nach wie vor für die Verbreitung der Idee von Baytouna al Jadid „unterwegs“ und zieht sich langsam aus den alltäglichen Verantwortlichkeiten in der Einrichtung zurück. Ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung von Baytouna al Jadid. Nelly ist nun Verantwortliche des Heims und Nathalie ist für die Werkstatt zuständig. Wir von al hayat e.V. haben im vergangenen Jahr 7000 Euro in den Libanon überwiesen. Danke an alle, die dies möglich gemacht haben!

    Wir freuen uns immer über den direkten Austausch mit Ihnen. Kontaktieren Sie uns, wenn  Sie mehr erfahren möchten. Oder besuchen Sie unsere Website www.alhayat.de. In diesem Sinne wünsche Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.

    Herzliche Grüße,

    Heide Rieder (Schriftführerin)

  • Neues aus Loffenau…

    Mit einem Bildergruß von der diesjährigen Vollversammlung, die in Loffenau stattfand, grüßen wir alle Mitglieder, Freunde und Unterstützer von al hayat e.V.!

    Es ist toll zu erleben, dass die „Kernfamilie“ von al hayat e.V. auch 17 Jahre nach dem ersten Treffen immer noch regelmäßig zusammenkommt.

     

  • Es ist wieder so weit: Vollversammlung 2016 des Vereins al hayat e.V.

    Herzliche Einladung

    zur diesjährigen Vollversammlung, die am 4. Juni im Ferienheim Loffenau stattfindet. Neue Gesichter sind immer willkommen! Wir wollen dieses Treffen nutzen, um uns über die Lage im Libanon und insbesondere der Behinderteneinrichtung Baytouna-al-jadid auszutauschen und weitere Aktionen zu planen.

    Hier findet das Treffen statt, organisiert von Raphaela und Catarina:

     

    Ferienhaus Loffenau
    Häldenweg 5
    76597 Loffenau

     

    TOP:
    1. Begrüßung
    2. Aktuelle Lage im Libanon und Neuigkeiten von Baytouna al jadid
    3. Ak!vitäten von Al hayat im vergangenen Jahr
    4. Bericht des Kassenwarts von Al hayat
    5. Entlastung
    6. Neuwahlen des neuen Vorstandes
    7. Planungen für das kommende Jahr
    8. Verschiedenes
  • Worms – Ökumenischer Jahresabschluss im Dom St. Peter

    Die evangelische Dreifaltigkeitsgemeinde und die katholischen Innenstadtgemeinden Dom St. Peter und St. Martin begehen jedes Jahr gemeinsam den Jahresabschluss und blicken zurück auf die vergangenen 12 Monate. Zudem wird jedes Jahr eine Kollekte für soziale Projekte gesammelt.

    Bei den traditionellen Gottesdiensten der Innenstadtgemeinden danken Wormser Christen alljährlich gemeinsam für das vergangene Jahr. Die Eindrücke der Flüchtlingskrise haben auch in Worms ihre Spuren hinterlassen. Viele Wormser Christen engagieren sich in der Stadt für ankommende Kriegsflüchtlinge. „Die vielen individuellen Dramen haben uns bewogen, ein Zeichen zu setzen“, so Dompropst Tobias Schäfer. Und Pfarrer Fey fügte hinzu: „In dem Wissen um die Not im Nahen Osten haben wir die Spende von 817,61€ für den Libanon vorgesehen. In diesem Jahr spenden wir sie dem Verein al hayat e.V. zur Unterstützung des libanesischen Behindertenheims Baytouna al jadid.“ Behinderte im Libanon leiden neben Kindern besonders unter den Wirren des Krieges. Baytouna al jadid hat aus diesem Grund auch syrische Kriegsflüchtlinge bei sich aufgenommen.

     

    Wadad Landua

  • Adventsbrief 2015

    Liebe Freunde und Förderer von al hayat e.V.,

    auch dieses Jahr sende ich im Namen von al hayat e.V. die besten vorweihnachtlichen Grüße. In dieser turbulenten Zeit ist es uns wichtig, einen Moment innezuhalten und für das zu danken, was wir im zurückliegenden Jahr gemeinsam erleben und durch Ihre und Eure Unterstützung haben mit gestalten können.
    Gerade habe ich mit Charbel Sfeir, dem Leiter der Behinderteneinrichtung Baytouna al Jadid gesprochen, um mir ein Bild von der aktuellen Lage vor Ort zu machen. Denn dass die Einrichtung von den derzeit herrschenden Bedingungen betroffen ist, scheint offensichtlich. Neben der anhaltenden Syrienkrise, die die umliegenden Länder und insbesondere den Libanon, der viele Flüchtlinge ohne dafür vorhandene Strukturen beherbergt, belastet, gibt es enorme politische und ökonomische Probleme im Land. Gerade erst vor ein paar Wochen hat es einen massiven Anschlag in Beirut gegeben, der 40 Menschen das Leben gekostet und viele Menschen verletzt zurückgelassen hat. Alltag im nahen Osten, so meinen wir, aber die Ereignisse erschüttern das kleine Land immer wieder von Neuem. Aber was hat das mit Baytouna al Jadid zu tun? Im letzten Adventsbrief konnte ich noch jubeln, dass die Einrichtung erstmalig staatliche Gelder bekommen hat; Gelder, die ihr schon seit Jahren zustehen. Nun sind eben diese Zahlungen in den vergangenen 11 Monaten wieder eingestellt worden. In einem Land, in dem es keine funktionierende Regierung und keinen regierenden Präsidenten gibt und das gerade im Müll versinkt, da die drohenden Probleme zu lange ignoriert wurden, stehen kleine, soziale Einrichtungen wie Baytouna al Jadid nicht gerade ganz oben auf der Prioritätenliste. Und trotzdem geht es weiter! Charbel erzählte mir, dass es „ein großes Jahr“ war für die Einrichtung. Und nicht, weil es schwerwiegende Veränderungen gegeben hat. Nein, die Anzahl der beherbergten Personen (12 im Internat und 4 Externe) hat sich kaum verändert.
    Und auch das Team von 5 Personen ist stabil. Aber Baytouna al Jadid ist zu einem Ort des „Accueil“, des Willkommenheißens und des Zusammenhalts geworden. Und das lässt sich auch durch äußere Widrigkeiten nicht zerstören. Vor zwei Wochen ist beispielsweise Dani, ein 20jähriger junger Mann aufgenommen worden, der aus sehr konfliktbehafteten Familienverhältnissen zur Einrichtung kam. Es ist selbst für Charbel, nach all den Jahren noch erstaunlich, wie schnell er aufgenommen und in die Gruppe integriert wurde. Aber der enge Zusammenhalt der behinderten Menschen vor Ort wird auch unterstützt von dem, was die Einrichtung an Interesse und Anerkennung aus der Umgebung erhält. So kommt beispielsweise eine Nonne, die dem Franziskanerorden angehört, für ein ganzes Jahr zu Baytouna al Jadid und hilft im Alltag mit. Im letzten Jahr kamen außerdem 6 junge behinderte Menschen für einen Zeitraum von 3-4 Wochen „zu Besuch“, um das Leben in der Gemeinschaft auszuprobieren. Für die „alten Hasen“ von Baytouna al Jadid eine Gelegenheit zu zeigen, wie sich ein solches gemeinsames Leben anfühlen kann.
    Aber diese Arbeit braucht Zeit, Engagement und … Geld. Sechs der beherbergten Personen müssen beispielsweise täglich gewickelt und gebadet werden. Die Mutter, die mit ihren anfangs vier und nunmehr 3 erwachsenen Kindern seit Jahren bei Baytouna al Jadid lebt, ist inzwischen selbst halbseitig gelähmt und somit zum Pflegefall geworden. Und da die eingeplanten Gelder nicht so fließen wie sie sollten, ist weiterhin Improvisieren angesagt. Die Einrichtung lebt von Essens- und Sachspenden und ist auf Unterstützung von außen angewiesen.
    Und somit ist auch unsere Hilfe nach wie vor gefragt. Wir haben im vergangenen Jahr rund 6.000 Euro überweisen können; eine kleine Summe wie es scheint, wenn man sich überlegt, dass der Staat der Einrichtung noch rund 40.000 Euro „schuldet“. Aber unser Beitrag ist konstant und gerade in schwierigen Phasen wie der aktuellen eine sehr wichtige Unterstützung. Und neben der finanziellen Hilfe ist auch die moralische Begleitung durch unseren Verein al hayat e.V. und unseren französischen Schwesternverein „La Litani“ von großer Bedeutung für die Menschen vor Ort.

    Daher bedanke ich mich hiermit noch einmal bei allen, die uns ihr Vertrauen schenken und auch weiterhin an die Wichtigkeit und den Sinn dieser Arbeit glauben. Wir freuen uns immer über persönliche Begegnungen mit Vereinsmitgliedern oder Interessierten und laden daher herzlich zu ebensolchen ein wie z.B. zur Vereinssitzung im kommenden Jahr.

    Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.
    Herzliche Grüße,
    Heide Rieder (Schriftführerin)

    Al Hayat e.V. Sparkasse Worms-Alzey-Ried Konto: 7007900 BLZ:55350010

  • Vollversammlung 2015 in Stetten

  • Einladung zur Vollversammlung von al hayat e.V. vom 17.-19.04.15 in Stetten ob Lontal

    Raphaela & Rebecca Schmid und Catarina Riewe laden zur diesjährigen Vollversammlung von al hayat e.V. nach Stetten ob Lontal ein. Anders als sonst wollen wir dieses Jahr nicht nur einen gemeinsamen Sitzungstag sondern ein gesamtes Wochenende miteinander verbringen. Wer Lust hat, nur zu dem eigentlichen Vollversammlungstag zu kommen, ist natürlich auch herzlich  eingeladen.

    Anbei die bisherigen Tagespunkte.

    TOP:

    1. Begrüßung
    2. Aktuelle Lage im Libanon und Neuigkeiten von Baytouna al jadid
    3. Aktivitäten von Al hayat im vergangenen Jahr
    4. Bericht des Kassenwarts von Al hayat
    5. Entlastung
    6. Satzungsänderung: Aufwandsentschädigung/Tätigkeitsvergütung
    7. Planungen für das kommende Jahr
    8. Verschiedenes

    – Neues Formular für SEPA

    – evtl. neue Flyer

     

    Anschrift:

    Haus Stetten

    Kirchstr. 232

    89168 Niderstotzingen

  • Adventsbrief 2014

    Liebe Freunde und Förderer von al hayat e.V.,

    die Advents- und Weihnachtszeit naht mit schnellen Schritten und damit auch der Moment, an dem wir auf das vergangene Jahr unserer Vereinsarbeit und die uns erreichenden Nachrichten aus dem Libanon zurückschauen. Wir bedanken uns hiermit ganz herzlich für Ihre Unterstützung, die es uns ermöglicht, die Behinderteneinrichtung Baytouna al-Jadid seit nunmehr 15 Jahren zu begleiten.

    Es ist viel passiert: Ende des letzten Jahres hatten wir zu Spenden aufgerufen, um die Einrichtung beim Kauf eines Kleinbusses finanziell zu unterstützen. Viele haben sich anregen lassen und gespendet und so ist es gelungen, dieses Projekt endlich in die Tat umzusetzen. Durch den Bus hat sich der Aktivitätsradius von Baytouna al-Jadid stark erweitert. Insbesondere diejenigen, die im Heim unterkommen, können nun Ausflüge ans Meer oder in die nähere Umgebung machen, selbst Einkäufe erledigen oder aber andere soziale Einrichtungen besuchen.

    Baytouna al-Jadid beherbergt derzeit 15 Personen. 11 Behinderte wohnen im Heim und 4 kommen tagsüber als Externe hinzu. Sie werden von 3 Personen betreut, die im Heim arbeiten und leben und 2 weiteren Personen, die täglich zu den Atelierarbeiten hinzukommen. Die Stabilität des 5-köpfigen Teams trägt dazu bei, dass die Behinderten viel Sicherheit erleben und sich entwickeln können. Ich habe an dieser Stelle bereits des Öfteren von Maya berichtet, einer jungen Frau, die zu Beginn vor allen Dingen durch ihre Aggressivität auffiel. Nicht nur die Umgebung der Einrichtung sondern auch die anderen Mitbewohner fanden das Leben mit ihr kaum haltbar. Heute fällt sie vor allen Dingen durch ihre Lebendigkeit auf und wenn sie einmal einen Tag nicht da ist, dann fragen die anderen „Warum ist es denn so ruhig? Maya fehlt uns.“ Neben der engen Begleitung führten vor allen Dingen die Umstellung der jahrelangen massiven Medikation, eine gesündere Ernährung und intensive Elternarbeit zu einem Rückgang der inneren und äußeren Spannungen. Maya geht es inzwischen besser und zuletzt war es Elias, der um sich schlug, Gegenstände zerstörte und abends nicht zur Ruhe kam… Diese Prozesse und Veränderungen brauchen bei jedem Einzelnen viel Zeit und Geduld.

    Im Frühjahr erreichte uns die traurige Nachricht, dass innerhalb nur einer Woche zwei Heimbewohner, Dolly (seit 6 Jahren bei BaJ) und Nisrine (seit 2 Jahren bei BaJ), verstorben sind. Dolly, eine junge Frau, litt unter starken epileptischen Anfällen und war am Ende einer Lungenembolie erlegen. Nisrine, mehrfach schwer körperlich behindert, saß zuletzt im Rollstuhl, konnte nicht mehr sprechen und litt unter schweren Spasmen. Ihre Mutter, die zusammen mit den drei behinderten Brüdern von Nisrine bei Baytouna al-Jadid untergekommen war, sprach davon, dass es die schönsten 2 Jahre ihres Lebens waren. Die anderen Bewohner haben die beiden Frauen zuletzt intensiv begleitet und für sie gebetet. „Sie sind in Frieden gegangen“, so Charbel Sfeir, der Leiter und Begründer der Einrichtung. Auch wenn die einzelnen Bewohner unterschiedlichen Konfessionen angehören, so treffen sie sich gemeinsam im Gebet.

    Obwohl die Einrichtung bereits seit Jahren staatlich anerkannt ist, floss bisher kein Geld. Was aus deutscher Sicht schwer verständlich ist, bedeutet im Libanon Alltag und ist mit vielerlei „Klinken putzen“ bei den entsprechenden Ministerien und einer ordentlichen Portion Improvisation verbunden. Von den Eltern der Behinderten können nur 40% etwas zur Unterstützung der Einrichtung beitragen. Absurderweise wurden jedoch auch diese Zahlungen in den letzten 1,5 Jahren eingestellt, da ja eigentlich bereits ein Anspruch auf staatliche Unterstützung bestand. Umso größer war nun die Freude zu hören, dass in den letzten Wochen erstmalig staatliche Gelder an Baytouna al-Jadid überwiesen wurden. So werden die Kosten für 10 der 15 betreuten Behinderten für ein halbes Jahr übernommen. Damit einher geht die Auflage, Sanierungsarbeiten in der Einrichtung vorzunehmen und die Gehälter der Mitarbeiter (bisher bei 400 Euro/ Monat bei ähnlich hohen Lebenskosten wie in Deutschland) zu erhöhen. Aktuell werden daher die Zimmer des Heims und die sanitären Anlagen erneuert. Die Einrichtung ist jedoch nach wie vor verhältnismäßig arm und ohne die Lebensmittel- und Sachspenden, die mindestens 10% des Budgets ausmachen, käme sie nicht zurecht. „In den letzten Jahren habe ich im Radio und Fernsehen um konkrete Sachspenden für Baytouna al-Jadid geworben. Und jetzt fange ich an, um ein Grundstück zu bitten, damit wir in weiterer Zukunft keine Miete mehr zahlen müssen und mehr Platz haben. So läuft das im Libanon“, erklärt Charbel Sfeir.

    Die politische und ökonomische Situation im Libanon ist nach wie vor kritisch und auch wenn das Land bisher kaum direkt vom Krieg des benachbarten Syriens betroffen ist, so prägen jedoch starke Flüchtlingsströme, Ressourcenknappheit und Angst vor Gewaltausbrüchen die Stimmung. Ich fragte Charbel wie die Behinderten damit umgehen und er berichtete, dass einige von ihnen die Nachrichten genau verfolgen und immer wieder stark verängstigt und angespannt darauf reagieren. Daraya, der Ort an dem sich die Einrichtung befindet, ist nur etwa 2 Autostunden entfernt von der syrischen Grenze… Aber gerade in diesen unsicheren Zeiten bietet Baytouna al-Jadid Schutz und Geborgenheit für alle Bewohner und insbesondere für diejenigen, die außerhalb der Einrichtung keine Familie mehr haben.

    Im Namen von al hayat e.V. bedanke ich mich noch einmal bei allen, die uns bis heute und auch in Zukunft finanziell und moralisch unterstützen. Unter www.alhayat.de finden Sie wie immer Neuigkeiten über unsere Vereinstätigkeit. Wir freuen uns über Ihr Interesse.

    Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit,

    Heide Rieder (Schriftführerin)

  • 800 Euro Spende der St. Elisabeth Stiftung für al hayat e.V.

    Pressemitteilung des Sozialfonds der St. Elisabeth-Stiftung

    Mitarbeiter spenden 2800 Euro für zwei wohltätige Zwecke

     

    BAD WALDSEE/HEGGBACH – Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St. Elisabeth-Stiftung unterstützen mit 2800 Euro aus ihrem Sozialfonds zwei Hilfsprojekte in Ochsenhausen und im Libanon. Mit dem Sozialfonds werden jedes Jahr soziale Projekte oder hilfebedürftige Einzelpersonen unterstützt.

    Jeder Mitarbeiter kann sich mit einem selbst gewählten monatlichen Betrag am Fonds beteiligen. Alle begünstigten Projekte sind Vorschläge der Mitarbeiter an die Gesamt-Mitarbeitervertretung (GMAV), die mindestens einmal jährlich alle eingegangenen Anregungen zusammenstellt und über die Vergabe der eingegangenen Spenden abstimmt. Grundvoraussetzung ist, dass die Spende ungekürzt, also ohne Abzug von Verwaltungskosten, bei dem Hilfsprojekt ankommt. Gerold Schuler, Vorsitzender der Gesamtmitarbeitervertretung erklärt, dass es diesen Fonds seit 1988 gibt. Die GMAV, als Verwalter des Fonds, entscheidet letztendlich darüber, welche der eingereichten Vorschläge unterstützt werden.

    Im laufenden Jahr wurden 2800 Euro angespart, die jetzt an zwei Hilfsprojekte ausgeschüttet wurden: 2000 Euro gehen an den St. Martinsladen, einen Tafelladen in Ochsenhausen, der bedürftige Mitmenschen mit Essen versorgt. 800 Euro fließen an den gemeinnützigen Verein „al hayat e.V.“ im Libanon, der eine Lebensgemeinschaft von Menschen mit Behinderungen und Nichtbehinderten im Libanon unterstützt. Zu den Hilfsprojekten haben Mitarbeiter Verbindungen: Barbara Baumann, Mitarbeiterin im Heggbacher Wohnverbund und Solveig Margueron, Mitarbeiterin im Sozialpädiatrischen Zentrum der Casa Elisa in Ravensburg, das zum Bereich Kinder-Jugend-Familie der St. Elisabeth-Stiftung gehört.

     

     

    Bildunterschrift: 2800 Euro spenden Mitarbeiter der St. Elisabeth an zwei Hilfsprojekte: 2000 Euro gehen an den Tafelladen Ochsenhausen, 800 Euro an „al hayat“, einen gemeinnützigen Verein, der Menschen im Libanon unterstützt. Von links: Joachim Beyer, stellvertretender Vorsitzender GMAV der St. Elisabeth-Stiftung, Solveig Margueron, Mitarbeiterin der Casa Elisa Ravensburg, Barbara Baumann, Mitarbeiterin des Heggbacher Wohnverbundes und Gerold Schuler, Vorsitzender der GMAV. St. Elisabeth-Stiftung. Foto: Claudia Flassak/St. Elisabeth-Stiftung

     

     

  • Wir trauern um Dolly und Nisrine

    Diese Woche erreichten uns gleich zwei traurige Nachrichten von Baytouna al Jadid. Dolly und Nisrine, beide schon lange von schweren Erkrankungen geplagt, sind nach anhaltenden Krankenhausaufenthalten verstorben.

    Von Dolly hatten wir in früheren Artikeln bereits berichtet. Sie war vier Jahre bei Baytouna al Jadid und litt unter epileptischen Anfällen, die zuletzt 10-12h anhielten. Nach einer Lungenembolie und einer notwendig gewordenen, zu starken Dosis an Medikamenten setzte ihre Atmung aus. Sie verstarb nach einem dreimonatigem Krankenhausaufenthalt.

    Nisrine war eines der vier erwachsenen Kinder der Familie, die seit ein paar Jahren bei BaJ untergekommen war. Alle vier sind stark mehrfach behindert und Nisrine litt unter starken Spastiken und saß die letzten Jahre bereits im Rollstuhl. Zum Schluß konnte sie nicht mal mehr sprechen. Die Mutter von Nisrine, so erzählte uns Charbel, machte sich große Sorgen, dass sie vor ihrer Tochter sterben würde und somit nicht mehr für sie da sein könne. Nun konnte die Familie die junge Frau bis zu ihrem Tod begleiten.

    Die Bewohner von Baytouna al Jadid haben die beiden bis zum Ende intensiv begleitet und waren füreinander da. Ein Trost, der uns bleibt, wenn wir an die beiden denken…

     

  • Vollversammlung al hayat e.V. 2014 in Vörstetten (b. Freiburg)

     

    Tagesordnung der Alhayat e.V. Vollversammlung

    am Samstag, 29. März 2014 um 14:00h

    im kath. Gemeindehaus «St.Maximilian Kolbe» in Vörstetten bei Freiburg

    1.    Eröffnung der Versammlung durch die Vorsitzende

    1.1.                   Begrüssung

    1.2.                   Infos zu Tagungsort und Ablauf

    1.3.                   Bekanntgabe der Tagesordnung

    2.    Rechenschaftsbericht des Vorstands

    3.    Bericht des Kassenwarts, Bericht der Kassenprüfer

     

    4.    Entlastung des Vorstands (siehe Vereinssatzung § 11/3)

    5.    Neuwahl

    5.1.                   Benennung des Wahlleiters

    5.2.                   Vorstellung der kandidierenden Vorstandsmitglieder

    5.3.                   Wahl des Vorstands

    5.4.                   Wahl von zwei Kassenprüfern gemäss §11/1

     

    6.    Aktionen und Engagement im Verein

    6.1.                   Erfahrungsbericht Mitgliedsbeiträge/Adressen

    6.2.                   Erfahrungen im Libanon

    6.3.                   Geldübergabe und Bedarf von Baytouna al Jadid

    6.4.                   Geplante Aktionen von Alhayat 2014

    Verschiedenes


    Adresse des kath. Gemeindezentrums:
    «St.Maximilian Kolbe»
    Im Brühl 10
    79279 Vörstetten

     

    Mit freundlichen Grüßen vom Schwarzwaldrand
    Catarina Riewe,
    Simone & Nicolai Beisel

  • News: Bus für Baytouna al Jadid!

    News: Bus für Baytouna al Jadid!

    Es ist soweit: Dank vieler Spenden, die seit unserem Aufruf vor einem halben Jahr bei al hayat e.V. eingegangen sind, ist es nun möglich, Charbel Sfeir, den Leiter der Einrichtung Baytouna al Jadid beim Kauf eines Busses zu unterstützen. 13 Jahre, schrieb er mir heute, gibt es die Einrichtung jetzt bereits ohne jemals ein eigenes Transportmittel gehabt zu haben. Der Bus (Kostenpunkt 7.000 Euro), hier auf dem Bild zu sein, hat Platz für 17 Personen, d.h. damit können fast alle Bewohner transportiert werden. Dies bedeutet für die Einrichtung einen enormen Zuwachs an Bewegungsfreiheit, da Ausflüge, Aktivitäten oder Hin-und Rückfahrten der einzelnen externen Behinderten nun nicht mehr über einen kostenspieligen Transportservice oder über die Eltern der Behinderten organisiert werden müssen.

    Eine kleine Restsumme der Kosten ist noch nicht abgedeckt, d.h. wir freuen uns auch weiterhin über eingehende Spenden. Wir danken allen für die bisherige Unterstützung. MERCI!

     

  • Bonne Année 2014!

    Al hayat e.V. wünscht allen seinen Mitgliedern und Förderern ein frohes und ereignisreiches Jahr 2014.

    Wir bedanken uns insbesondere bei denen, die uns in den letzten Wochen und Monaten bei unserer Aktion – ein  BUS für BAYTOUNA al JADID – so tatkräftig unterstützt haben, sei es durch eigene Spenden oder das Weitererzählen unseres Vorhabens.

    DANKE!

  • Adventsbrief 2013

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Förderer von al hayat e.V.,

    wie jedes Jahr im Advent möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen für Ihr Engagement und Ihr Interesse an der Arbeit von al hayat e.V. zu danken.

    Auch im vergangenen Jahr war es uns ein Anliegen die Sorgen und Nöte, aber auch die Freuden und positiven Entwicklungen der Behinderteneinrichtung Baytouna al Jadid im Libanon in diesen schwierigen Zeiten zu begleiten.

    Vor ein paar Tagen sprach ich mit Charbel Sfeir, dem Leiter der Einrichtung und unser Gespräch drehte sich vor allen Dingen um die dramatische Lage der syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge im Libanon.

    In den Zeitungen kann man dieser Tage lesen, dass Schätzungen zu Folge inzwischen etwa 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge in dem kleinen Nachbarland Zuflucht gesucht haben. „Proportional gesehen wäre das so, als würde Deutschland etwa 18 Millionen Flüchtlinge aufnehmen“, so der UNHCR Chef António Guterres.
    Die Flüchtlingssituation ist nicht wie sonst von Auffanglagern geprägt und so sind die Menschen über das ganze Land verteilt. Sie kommen in Garagen, in provisorischen Zeltlagern oder nicht fertig gebauten Häusern unter und wer das Glück hat, Verwandte im Libanon zu haben, findet sich häufig zu 20. in engem Wohnraum wieder. Es fehlt an Decken, Kleidung, Nahrung, Heizöl und der 3. Kriegswinter, der in dieser Region bitterkalt werden kann, naht.
    Der Einfluss der Flüchtlingsströme auf die Wirtschafts- und Sicherheitssituation des Libanons ist massiv. Als Beispiel sei die Arbeitslosigkeit der 15-25jährigen Libanesen genannt, die momentan bereits bei 30% liegt und sich durch die hinzukommenden Flüchtlinge, die auf tageweise Jobs angewiesen sind, noch weiter verschärft. Und kein Ende ist in Sicht.

    Es fehlt an Geldern und die Mühlen der internationalen Hilfe mahlen, gerade in Zeiten immer neuer (Natur)katastrophen, nur langsam, so dass große Summen an Hilfsgeldern u.a. direkt vom libanesischen Staat kommen müssen.
    In der Konsequenz betreffen diese Entwicklungen ganz konkret den Fortbestand von Baytouna al Jadid. An anderer Stelle hab ich bereits berichtet, dass die Einrichtung seit Jahren staatlich anerkannt ist, seit 2012 erste Gelder zugesagt wurden und im April 2013 erneut die Bestätigung kam, dass jährlich 40.000 Euro Fördergelder fließen sollen. Bisher, so berichtet mir Charbel, ist davon jedoch kein Cent bei der Einrichtung gelandet.
    Der finanzielle Beitrag von al hayat e.V. zur Unterstützung von Baytouna al Jadid liegt, ähnlich wie die Spenden des französischen Schwesternvereins „La Litani“, bei 10% des Budgets. Unser Beitrag ist dabei in den letzten Jahren nicht unbedingt weniger geworden, aber Baytouna al Jadid ist gewachsen und benötigt für inzwischen 23 behinderte Menschen und entsprechendes Personal größere Summen Geld.

    Ich frage Charbel immer wieder ungläubig „Wie macht Ihr das? Wie finanziert sich die Einrichtung momentan?“ „Wir sind auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen“, so Charbel. Mehrere Restaurants aus der Umgebung würden dreimal die Woche Nahrungsmittel spenden, was die Versorgung der Einrichtung gewährleistet. Auch Sachspenden gehen immer wieder ein. Wie bereits die letzten 3 Jahre hat Baytouna al Jadid auch dieses Jahr eine Großspende an Weihnachtsdekoration im Wert von 8.000 Euro erhalten. Die Aufgabe der Behinderten ist es dann, die Artikel zu sortieren, die dann in den kommenden Wochen in der Umgebung verkauft werden. Es gibt inzwischen ein regelrechtes Netzwerk um Baytouna al Jadid herum und auch wenn Charbel Sfeir die Einrichtung weiterhin über das Radio oder Fernsehen bekannt macht, so lebt sie doch bereits von denen zahlreichen Kontakten, die über die Jahre entstanden sind.

    Aber nicht nur die finanzielle Situation beschäftigt die Bewohner und vor allen die Verantwortlichen der Einrichtung. Zuletzt waren einige der Behinderten stark von Erkrankungen geplagt. Dolly, eine der Bewohnerinnen, ist mehrfach behindert und leidet unter anhaltenden epileptischen Anfällen. In solchen Momenten kann sie sich nicht verständigen und muss außerhalb der Einrichtung von den Eltern versorgt werden. Maya, von der ich schön des Öfteren im Adventsbrief berichtet habe, war im Frühjahr diesen Jahres schwer krank und die Einrichtung sorgte sich um ihr Leben. Durch jahrelange Medikation sei ihr Dünndarm derart geschädigt, dass große Teile entfernt werden mussten und sie heute nur noch mit einer strengen Diät leben darf. Inzwischen ist sie wieder zurück in der Einrichtung und es geht ihr so weit gut.

    Freude und Leid liegen im Alltag von Baytouna al Jadid nah beieinander. Trotz all der widrigen Umstände, die die Einrichtung von Beginn an begleitet haben, höre ich keinen Zweifel daran, dass es weitergehen muss. Gemeinschaft zu erleben ist ein wichtiger Aspekt des Zusammenlebens von Baytouna al Jadid geworden, die jeden Einzelnen trägt und in seiner Entwicklung fördert. „Ca se passe bien“ – es läuft gut, so Charbel. Und dazu trägt auch unser Beitrag, die Arbeit von al hayat e.V. bei, denn nicht nur für Charbel Sfeir, sondern auch für die weiteren 5 Mitarbeiter und alle Bewohner ist es wichtig, um diese Unterstützung und unser Interesse zu wissen.

    Daher bedanke ich mich noch einmal von Herzen bei allen, die uns und unsere Arbeit bisher unterstützt haben und dies auch weiterhin tun. Informationen über die Vereinsarbeit finden Sie auf unserer Seite www.alhayat.de.
    Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit,

    Heide Rieder (Schriftführerin)

  • Spendenaufruf für einen Bus für Baytouna al Jadid

    Liebe Freunde und Unterstützer von al hayat e.V. und Baytouna al Jadid,

     

    vor gut einem Monat war ich, Clara Biermann, im Libanon, um alte Freunde wiederzusehen und auch die Behinderteneinrichtung Baytouna al Jadid zu besuchen. Nun möchte ich Sie gerne an einigen meiner Eindrücke und Erlebnisse mit den Menschen von Baytouna al Jadid teilhaben lassen und dies mit einem konkreten Spendenaufruf für einen dringend benötigten Bus verbinden.

    Baytouna al Jadid wächst weiterhin und es ist für mich sehr schön, diese Entwicklung seit mehr als 6 Jahren mitverfolgen zu können. Mittlerweile ist Baytouna al Jadid ein Zuhause für fast zwanzig Menschen geworden. Letztes Jahr ist eine fünfköpfige Familie dazu gekommen. Da im Heim inzwischen kein Platz mehr ist, müssen Um Wahib und ihre vier Kinder Wahib, Wael, Wasim und Nisrine in der Werkstatt schlafen. Nisrine sitzt im Rollstuhl und auch ihr Bruder Wahib kann sich nur sehr eingeschränkt und langsam mit einer Gehhilfe bewegen. Insgesamt ist die Situation von behinderten Menschen im Libanon nach wie vor sehr schlecht und viele können nicht angemessen betreut und gefördert werden.

    Baytouna al Jadid ist kaum noch in der Lage, für alle jetzigen Mitglieder aufzukommen geschweige denn neue Mitglieder aufzunehmen. Zwar gibt es Pläne, Baytouna al Jadid zu vergrößern, allerdings fehlt es dafür an finanziellen Mitteln. Vom Ministerium zugesagte Zahlungen werden nach wie vor nicht gezahlt und auf Grund der schlechten Organisation innerhalb des Ministeriums ist mit einer zeitnahen Veränderung nicht zu rechnen.

    Weiterhin erschwerend wirken sich die katastrophale Situation der syrischen Flüchtlinge und die zunehmend instabile politische Lage im Libanon aus. In dem Gebäude, in dem sich Baytouna al Jadid befindet, sind im letzten Jahr viele Flüchtlinge aus Syrien untergekommen, die auf sehr engem Raum leben und keine Unterstützung bekommen. Durch den erhöhten Wasserbedarf steht nicht mehr allen Bewohnern genügend Wasser zur Verfügung und die Behinderten können sich oft tagelang nicht waschen. Indirekt sind die Auswirkungen besonders auf finanzieller Ebene zu spüren, da Spenden z.B. in Form von Sachspenden oder Soforthilfe hauptsächlich an Flüchtlinge gehen. Projekte wie Baytouna al Jadid geraten darüber in den Hintergrund, weil sie nicht von einer akuten humanitären Katastrophe bedroht sind. Es ist daher besonders wichtig, dass al hayat e.V. seinen Beitrag zur Grundförderung Baytouna al Jadids aufrechterhält.

    Besonders dringend benötigt Baytouna al Jadid einen Bus. Viele Mitglieder können nur gelegentlich in die Einrichtung kommen, weil es keine Transportmöglichkeiten gibt. Wenn gemeinsame Ausflüge der Einrichtung geplant sind, muss für viel Geld ein Bus gemietet werden. Bisher hat Charbel Sfeir die meisten Fahrten mit seinem privaten Auto gemacht, dies kann aber nur als Zwischenlösung dienen. Die Idee ist, den Bus über Spenden gemeinsam mit dem französischen Schwesterförderverein zu finanzieren. Die Kosten belaufen sich auf ca. 15.000 $. Einen eigenen Bus zur Bewältigung des Alltags zu haben, würde die Einrichtung weiter stärken und bedeutet für uns eine konkrete Anschaffung, die wir leisten können. Insofern stellt der Bus nicht nur ein Transportmittel dar, sondern ist gleichzeitig auch ein Symbol für den Bestand und die Entwicklung Baytouna al Jadids.

    Mit Ihrem Beitrag können Sie helfen, diese wichtige Einrichtung in ihrem Fortbestehen zu unterstützen und ein Hoffnungszeichen zu setzen in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit.

    Spenden können Sie unter dem Stichwort „Bus für BaJ“ auf folgendes Konto überweisen: Al Hayat e.V., Sparkasse Worms- Alzey Ried, Konto: 7007900, BLZ: 55350010. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.alhayat.de.

    Haben Sie vielen Dank für Ihre Unterstützung!

     

    geschrieben von Clara Biermann im Juli 2013

     

  • TERMIN: Vollversammlung al hayat e.V. 2013

    Am 13. April 2013 ist es wieder so weit: al hayat e.V. trifft sich zur alljährlichen Vollversammlung.

    Ort: Worms, Liobahaus direkt am Dom

    Zeit: ab 12 Uhr

    Wer sich näher für unsere Vereinsarbeit interessiert – ist herzlich eingeladen an der Vollversammlung teilzunehmen.

  • „In 3 Jahren dann…“ – Libanesische Realität

    An dieser Stelle berichteten wir vor einem Jahr, dass die Behinderteneinrichtung Baytouna al Jadid, längst staatlich anerkannt, 2012 nun endlich die staatliche finanzielle Unterstützung von zunächst 8.000 Euro erhalten sollte. Eine Summe, die es galt jedes Jahr neu zu beantragen, aber immerhin – ein Anfang! Charbel Sfeir, der Leiter der Einrichtung stand diesbezüglich mit dem Sozialministerium in Beirut in Kontakt.

    Ein Jahr später frage ich ihn: „Und, was ist aus der Zusage geworden? Habt Ihr das Geld bekommen?“ Und er sagt: „Das Geld gibt es nun doch erst in 3 Jahren“ – so die Antwort vom Ministerium.

    Aus deutscher Sicht schwer vorstellbar, stellt dies doch libanesischen Alltag dar. Einige Einrichtungen hätten im Libanon bereits schließen müssen, weil sie auf das Geld angewiesen waren. „Um von diesem Skandal zu sprechen, müsste man wohl selbst vors Fernsehen treten“, so Charbel Sfeir.

    Al hayat e.V. hat zu Beginn etwa 25% des Budgets für Baytouna al Jadid beisteuern können, doch inzwischen ist der Anteil stark gesunken, weil die Einrichtung stetig wächst und sie demnach auch steigende Ausgaben hat.

    Das sollte für uns ein Ansporn sein, unsere Bemühungen zu verstärken und Ideen zu entwickeln, wie wir in Zukunft konkret helfen können. Und von der „libanesischen Improvisationskunst“, Tag für Tag zu überleben –  obwohl es nur wenig Geld gibt – können wir sicher einiges lernen.

     

    Heide Rieder

  • Wahib, Wael, Nasrine und Wasim

    Im diesjährigen Adventsbrief haben wir bereits von der 5köpfigen Familie berichtet, die über das libanesische Fernsehen einen Hilferuf gesendet hatte und inzwischen bei Baytouna al Jadid untergekommen ist. Die vier erwachsenen Kinder der Famillie sind alle körperlich stark behindert und können sich ohen fremde Hilfe nicht fortbewegen oder alleine versorgen.

    Die Mutter der 4 hatte darum gebeten, mit allen gemeinsam untergebracht zu werden, da sie seit dem Tod ihes Mannes vor 20 Jahren getrennt, d.h. in unterschiedlichen Einrichtungen gelebt hätten. Charbel Sfeir hat die Familie besucht, um sich erkundigen, was man für sie tun könnte und nach mehreren Kontakten entschieden, die Familie aufzunehmen.

  • Begegnung

    Sie sind im September angekommen und es wurde ein kleines Appartement für die Familie vorbereitet. Die 5 wurden sehr herzlich von Baytouna al Jadid  aufgenommen und alle Bewohner und Besucher der Einrichtung versuchen auf irgendeine Art und Weise zu helfen. Die Begegnung mit dieser Familie lässt uns noch einmal die Gemeinschaft von BaJ spüren. (Charbel Sfeir)

  • Neuigkeiten aus Daraya (November 2012) – Charbel Sfeir berichtet von Baytouna al Jadid

    Jedes Jahr wächst Baytouna al Jadid aufs Neue! Aber das zurückliegende Jahr sind wir zunächst erst einmal langsam angegangen – mit dem gewohnten Team.

    Inzwischen arbeiten Nathalie und Mirna tagsüber in der Werkstatt und Yola, Rami und Tony im Heim. Allen Behinderten der Einrichtung geht es gut und nach und nach haben alle ihren Platz gefunden, so dass es uns möglich war, neue Menschen aufzunehmen.

    Da ist zum Beispiel Cyrille, ein sehr ängstlicher 20jähriger Mann. Der zuständige Psychologe einer lokalen Organisation bat mich, mich seines Falls anzunehmen und ihn nach Hause zu begleiten, zusammen mit einem Arzt und einer Sozialarbeiterin. Nach 15 Tagen ist er als „Externer“ zu uns gekommen und inzwischen kann ich sagen, dass es Cyrille sehr gut geht und er sich in den vergangenen 5 Monaten an unsere Strukturen gewöhnt hat.

    Wir haben im September eine Gruppe von Freiwilligen gegründet, eine sehr aktive Gruppe, zu der vor allen Dingen Eltern von Behinderten, aber auch andere gehören. Sie unterstützen uns finanziell und durch ihre Besuche. Bis jetzt haben sie einen Kühlschrank, einen Ofen, Matratzen, Möbel und immer wieder auch Lebensmittel besorgt. Außerdem organisieren sie aktuell für den 15.12.2012 eine große Feier in einem Restaurant hier in der Nähe zu dem etwa 300 Leute kommen werden und deren Erlös Baytouna al Jadid zu Gute kommen wird.

    Von meiner diesjährigen Reise nach Deutschland und Frankreich (Anmerkung: zum Schwesternverein al hayat’s  „Litani“) bin ich glücklich zurückgekehrt und habe viel Unterstützung und Zuspruch erfahren. Es berührt mich immer wieder aufs Neue, soviel anhaltende Treue gegenüber Baytouna al Jadid zu erleben.

    Ein neuer Vorstand des libanesischen Vereins wurde dieses Jahr gewählt. Vier neue Mitglieder sind dazugekommen.

    Im Namen von Baytouna al Jadid sende ich allen ein großes Dankeschön.

     

    Charbel Sfeir

  • Adventsbrief 2012

    Liebe Freunde und Förderer von al hayat e.V.,

    dramatische Bilder erreichen uns nun schon seit weit über einem Jahr aus Syrien. Berichte von Zerstörung, Gewalt und riesigen Fluchtwellen in die umliegenden Länder von bis zu 380.000 Menschen, sind in den Medien zur Normalität geworden und lassen uns manches Mal vergessen, dass die Gewalt vor Ort weiter anhält und für die Menschen alltäglichen Horror und furchtbares Leid bedeutet. Politisch und geographisch seit jeher eng mit Syrien verbunden, spielt sich die Tragödie auch im kleinen Nachbarland Libanon ab. Neben der Türkei und Jordanien landen dort laut UNHCR die meisten Flüchtlinge und  auch in Dörfern wie Daraya, in der die Einrichtung Baytouna-al-Jadid liegt, kommen derzeit syrische Familien unter.

    Diese Veränderungen bekommt auch Baytouna-al-Jadid zu spüren: wenn auch nicht direkt von der Krise betroffen, sind die Tagesstätte und das Wohnheim jedoch weiterhin auf die Hilfe von außen angewiesen. Die Zahl der aufgenommenen Behinderten steigt und derzeit werden 14 Menschen im Wohnheim betreut. Eine Mutter mit vier körperlich behinderten Kindern hatte zuletzt einen Aufruf über das Fernsehen gestartet und um Unterstützung für ihre Familie gebeten. Der Sender hat sich dann an Charbel Sfeir, den Gründer und Leiter der Einrichtung gewandt. Jetzt ist die Familie bei Baytouna-al-Jadid untergekommen und es wird nach Paten für die Kinder gesucht. Dies bedeutet jedoch auch einen größeren personellen Aufwand, da nun eine zweite Mitarbeiterin in Vollzeit im Heim arbeitet und natürlich auch Lebensmittel und sonstige Alltagsgegenstände besorgt werden müssen. Viele Sach- und Nahrungsmittelspenden kommen nach wie vor aus dem näheren Umfeld der Einrichtung, aber in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Krisen und immer wieder drohender Gewalt im Libanon, gehen auch diese zurück. Syrische Familien müssen versorgt und untergebracht werden und so leiden auch Einrichtungen wie Baytouna-al-Jadid unter knapper werdenden finanziellen und sonstigen Zuwendungen.

    Der Verein al hayat e.V. bemüht sich seit nunmehr 13 Jahren um die Unterstützung von Baytouna-al-Jadid und sendet jährlich Spendengelder und Einnahmen aus unterschiedlichen Aktionen in den Libanon. Dabei entstehen so gut wie keine administrativen Kosten, d.h. alle Gelder landen ohne Abzüge direkt beim Projekt.

    Dies verdanken wir allen, die sich Jahr für Jahr dafür einsetzen, unsere Arbeit zu unterstützen. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle!

    Und damit dies auch in Zukunft möglich ist, sind wir weiterhin auf Ihre Hilfe angewiesen: Erzählen Sie anderen von Baytouna-al-Jadid, regen Sie zu Spenden an – schon kleine Summen können helfen, den Alltag vor Ort konkret zu unterstützen. Wenn sie sich an Aktionen beteiligen möchten oder sich anderweitig aktiv in die Vereinsarbeit einbringen möchten, melden Sie sich bei uns – wir freuen uns auf Sie!

    Unter www.alhayat.de finden Sie die neuesten Informationen zu unseren Vereinstätigkeiten und Impressionen aus dem Libanon. Schauen Sie doch mal rein!

    Im Namen des Vereins wünsche ich Ihnen und Euch allen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.

    Heide Rieder (Schriftführerin des Vereins)

  • Praktikumsausschreibung

    Im Libanon arbeiten mit Menschen mit Behinderungen

    Einrichtung

    Baytouna-al-Jadid ist eine christliche Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, die seit 2002 existiert und staatlich anerkannt ist. Die Einrichtung liegt etwa eine halbe Autostunde nordöstlich von Beirut und wird von Charbel Sfeir geleitet, der selbst 10 Jahre in einer Behinderteneinrichtung der Arche – Gemeinschaft (Arche von Jean Vanier) in Südfrankreich gelebt und gearbeitet hat.

     

    Sie besteht aus einem Heim, in dem etwa 9 Personen rund um die Uhr betreut werden und einer Werkstatt, in die täglich etwa 7 weitere Personen, so genannte Externe, kommen. In der Werkstatt werden u.a. Gipsbilder hergestellt, deren Verkaufserlöse wiederum der Einrichtung zu Gute kommen. Des Weiteren gehören Musik, Sport, Kochen, Malen, Gartenarbeit und das Gebet zum Wochenplan. Die Einrichtung ist in der Region inzwischen gut bekannt und bekommt häufig Besuche von außerhalb oder macht selbst Ausflüge ins Umland.

     

    Das Team vor Ort besteht aus 2-3 festen Mitarbeitern (Sozialarbeiter, Krankenschwester, medizinisch-psychologisch geschultes Personal), die anteilig in der Werkstatt und im Heim arbeiten. Das Team wird in seiner Arbeit außerdem regelmäßig von einem externen Psychologen begleitet.

    Trotz der staatlichen Anerkennung der Einrichtung ist Baytouna-al-Jadid bislang auf eigene Finanzquellen angewiesen, z.B. auf Zahlungen von Seiten der Eltern der Behinderten und Sachspenden aus der Umgebung. Unterstützung erfährt sie außerdem durch 2 Fördervereine: La Litani in Frankreich und al Hayat e.V. in Deutschland.

     

    Zeitraum des Praktikums

    –       3-6 Monate

    Anforderungen

    –       Mindestalter: 18 Jahre

    –       Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen oder im Bereich Sozialarbeit/ Pädagogik vorteilhaft

    –       Bereitschaft zur Mitarbeit in der Werkstatt und im Heim

    –       gute Französisch bzw. Englischkenntnisse; Arabischkenntnisse sind von Vorteil jedoch nicht zwingend notwendig

    –       Interesse für die arabische Kultur

    –       Offenheit und Toleranz; Spaß und Freude am Umgang mit Menschen

     

    Rahmenbedingungen

     

    –       Flugkosten und Auslandskrankenversicherung sind eigenständig zu übernehmen

    –       Kost und Logis (Unterbringung in einer Gastfamilie oder über die Einrichtung) werden über die Einrichtung gestellt

    –       Vernetzung vor Ort: Einbindung (z.B. über Ausflüge) und Kontakte zu Freiwilligen der Einrichtung sind möglich

     

    –       Wohnort: Daraya, ½ h nordöstlich von Beirut

    –       Sicherheitslage: gut

    –       Gesundheitsversorgung: gut

     

    Weitere Informationen unter www.alhayat.de

     

    Kontakt:

     

    Nico Beisel (Freiburg): 07666/ 881160 oder simonico@t-online.de

    Heide Rieder (Berlin):