An dieser Stelle berichteten wir vor einem Jahr, dass die Behinderteneinrichtung Baytouna al Jadid, längst staatlich anerkannt, 2012 nun endlich die staatliche finanzielle Unterstützung von zunächst 8.000 Euro erhalten sollte. Eine Summe, die es galt jedes Jahr neu zu beantragen, aber immerhin – ein Anfang! Charbel Sfeir, der Leiter der Einrichtung stand diesbezüglich mit dem Sozialministerium in Beirut in Kontakt.
Ein Jahr später frage ich ihn: „Und, was ist aus der Zusage geworden? Habt Ihr das Geld bekommen?“ Und er sagt: „Das Geld gibt es nun doch erst in 3 Jahren“ – so die Antwort vom Ministerium.
Aus deutscher Sicht schwer vorstellbar, stellt dies doch libanesischen Alltag dar. Einige Einrichtungen hätten im Libanon bereits schließen müssen, weil sie auf das Geld angewiesen waren. „Um von diesem Skandal zu sprechen, müsste man wohl selbst vors Fernsehen treten“, so Charbel Sfeir.
Al hayat e.V. hat zu Beginn etwa 25% des Budgets für Baytouna al Jadid beisteuern können, doch inzwischen ist der Anteil stark gesunken, weil die Einrichtung stetig wächst und sie demnach auch steigende Ausgaben hat.
Das sollte für uns ein Ansporn sein, unsere Bemühungen zu verstärken und Ideen zu entwickeln, wie wir in Zukunft konkret helfen können. Und von der „libanesischen Improvisationskunst“, Tag für Tag zu überleben – obwohl es nur wenig Geld gibt – können wir sicher einiges lernen.
Heide Rieder
